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Dies war das Katastrophen-Szenario für die Tsunami-Übung: Das Warnzentrum auf Hawaii sollte einen Alarm wegen starker Erdbeben vor der chilenischen Küste und der philippinischen Insel Luzon ausgeben. Die angenommenen Erdbeben sollten stark genug sein, einen Tsunami auszulösen. Die Regierungen der beteiligten Staaten wollten prüfen, wie schnell sie die Warnung erhalten und wie schnell der Alarm an die zuständigen örtlichen Stellen weitergeleitet wird.
Zusätzlich wurde auf den Philippinen die Evakuierung des Küstendorfs Buhatan in der Provinz Albay geprobt. Dort gibt es weder Polizeiwache, Krankenhaus, Feuerwehr noch Telefonleitungen. «Es ist wichtig, vorbereitet zu sein», sagte Renato Solidum, der Leiter des philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie.
In den vergangenen 400 Jahren wurden die Philippinen von rund 40 Tsunamis getroffen. Und obwohl es bereits seit 1965 ein Warnsystem im Pazifik gibt, wurde es noch nie umfassend getestet.
Am 26. Dezember 2004 hatte ein Seebeben der Stärke 9,1 im Indischen Ozean eine verheerende Flutwelle ausgelöst, die mindestens 216000 Menschen das Leben kostete.
In der Folge wurde eine der grössten Spendenaktionen der Geschichte lanciert. Eins der wichtigsten Projekte war der Aufbau eines wirksamen Frühwarnsystems.
Doch nach einem schweren Erdbeben im Pazifik Anfang Mai dieses Jahrs wurden Zweifel an der Wirksamkeit des internationalen Tsunami-Warnsystems laut. Die Behörden des Inselstaates Tonga kritisierten, sie hätten keine Warnung erhalten. Auch auf den Fidschi-Inseln gab es Probleme: Dort erreichte die Tsunami-Warnung nur die Hauptinsel, nicht aber die Bewohner von 110 weiteren Inseln des Staates. Zum Glück richtete das Beben trotz einer Stärke von 7,8 kaum Schäden an und löste auch keine Riesenwelle aus.
Für dieses Glück gibts aber keine Garantie. Daher kommt der ersten grossen Tsunami-Alarmübung heute eine grosse Bedeutung zu.