Monster-Welle Tsunami tötet über 100 Menschen!

  • Publiziert: 30.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

WELLINGTON – Schweres Seebeben im Südpazifik! Nach dem Beben mit einer Stärke von 8,0 rollte die Todeswelle auf Samoa zu – und zerstört mehrere Dörfer. Unter den Opfern sind keine Schweizer.

Schock für Samoa: Kurz nach der Tsunami-Warnung rollte die Todeswelle über die Inselgruppe. Mehrere Dörfer wurden zerstört, viele Menschen getötet.

Schwer getroffen wurde auch die Schwester-Insel Amerikanisch-Samoa rund 80 Kilometer weiter östlich. Der Tsunami wurde durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 rund 200 Kilometer vor der Südküste der Inseln ausgelöst. Die Region wurde von mehr als einem Dutzend Nachbeben erschüttert.

Keine Schweizer Opfer

Das EDA bestätigt gegenüber Blick.ch, dass man keine Kenntnis von Schweizer Opfern auf Samoa habe. Man habe Rücksprache mit dem Konsulat in Wellington genommen, so der Sprecher.

Flutwelle 800 Meter ins Landesinnere

Augenzeugen und Überlebende berichten von der grossen Wucht, mit der die Flutwellen an Land kamen. Auf der Hauptinsel Upolu soll das Wasser bis zu 800 Meter ins Landesinnere gereicht haben, hiess es im neuseeländischen Radio.

Wendy Booth betrieb die Touristen- Anlage «Sea Breeze» an der Südküste, die nach ihren Angaben völlig zerstört wurde. «Die zweite Welle traf uns durch den Fussboden. Das Wasser rauschte zur Hintertür hinaus und riss uns mit», berichtete sie dem australischen Radiosender Fairfax Radio Network. «Wir konnten uns an einem Geländer festhalten, mein Mann und ich klammerten uns aneinander. Der Sog zurück Richtung Meer nach der Welle war gigantisch. Die Kraft des Wassers riss unsere Einrichtung durch das Dach.»

Eine Australierin erlebte das Erdbeben und den Tsunami in der Hauptstadt Pago-Pago auf Amerikanisch-Samoa. Die Erde habe drei Minuten lang heftig gebebt, berichtete sie dem australischen Sender ABC. Von ihrem Balkon aus sah sie jede Menge überflutete Häuser und Geschäfte.

Zeugin: Vier Meter hohe Welle

Nach ihren Angaben war die Flutwelle vier Meter hoch. Der Strom sei ausgefallen, der Flughafen geschlossen und das örtliche Spital überflutet. Ein Bekannter sei mit einem Bus unterwegs gewesen, als der Tsunami kam. «Das Wasser drang in seinen Bus ein», berichtete Whitby. «Er blieb schliesslich in einem Mangobaum hängen, aber vier seiner Passagiere wurden fortgerissen.»

Auf ersten Fotos waren überflutete Strassen zu sehen. Autos, die von den Wassermassen mitgerissen wurden, lagen in Trümmerhaufen. An einer Stelle war ein mächtiges Boot auf dem Trockenen zu sehen. Lokalsender berichteten, dass einige Dörfer völlig überschwemmt seien.

«Zwei oder drei Ortschaften wurden schwer zerstört», sagte der Leiter des Gesundheitsdienstes von Amerikanisch-Samoa, Salamo Laumoli, dem US-Sender CNN.

Tsunami-Alarm innerhalb von Minuten ausgelöst

Die Behörden lösten innerhalb von Minuten nach dem Beben Tsunami-Alarm aus, berichtete der Lokalsender Radio Polynesia. Auf den Inseln wurden regelmässig Tsunami-Übungen durchgeführt.

Viele der Einwohner der tiefliegenden Küstenregion hätten sich deshalb rechtzeitig auf höheres Terrain retten können, sagte Reporter Pipi Autagavaia in einem Gespräch mit der BBC. Auf den Inseln leben insgesamt rund 220000 Menschen.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein Tsunami nach einem schweren Beben vor der indonesischen Insel Sumatra 230000 Menschenleben gefordert. Die bis zu fünf Meter hohe Flutwelle breitete sich über tausende Kilometer im Indischen Ozean aus und zerstörte Küstenregionen in Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und auf den Malediven. (SDA)

Erdbeben der Stärke 7,9 vor Sumatra

Keine 24 Stunden nach dem schweren Erdbeben vor Samoa in der Südsee hat ein Beben am Mittwoch auch die indonesische Insel Sumatra erschüttert. Die US-Geologiebehörde gab die Stärke mit 7,9 an, die indonesische Erdbebenbehörde sprach von 7,6. Es lagen zunächst keine Angaben über Schäden vor. Das Epizentrum des Bebens von 12.16 Uhr (MESZ) lag rund 50 Kilometer nordwestlich der Stadt Padong vor der Westküste von Sumatra.

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