Trump mässigt sich noch mehr Folter doch nicht okay, Klimaschutz doch gut

Der designierte US-Präsident Donald Trump ist auf Distanz zu einigen Kernaussagen aus dem Wahlkampf gegangen. Trump stellte am Dienstag gegenüber der «New York Times» den angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz in Frage.

Donald Trump überrascht: Gibt Pariser Klimaabkommen doch Chance play
Donald Trump mässigt seine Angriffsrhetorik noch weiter. CARLO ALLEGRI

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Trumps Gespräch mit der «New York Times» war sein zweites grösseres Interview seit der Wahl. Er wollte sich darin nicht auf den angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen festlegen lassen: «Ich schaue es mir sehr genau an. Ich gehe da offen heran.» Zunächst wolle er sehen, wie viele Kosten durch die Vereinbarungen auf die US-Unternehmen zukämen und wie die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit seien.

Abweichend von früheren Äusserungen, in denen er eine menschengemachte Klimaerwärmung als «Scherz» abtat, räumte Trump nun eine mögliche menschliche Mitverantwortung ein: «Ich denke, es gibt eine gewisse Verbindung. Ein wenig, etwas. Es hängt davon ab, wie viel.» Viele Konservative in den USA bestreiten eine solche Verbindung.

Trump rückte in dem Interview auch von seinem Versprechen ab, dass seine Gegenkandidatin Hillary Clinton unter seiner Präsidentschaft ins Gefängnis kommen werde. «Ich will den Clintons nicht schaden, wirklich nicht«, sagte er. Hillary Clinton habe «viel durchgemacht». Auf die von ihm im Wahlkampf angekündigte Berufung eines Sonderermittlers zu Clintons E-Mail-Affäre wolle er verzichten. «Das würde das Land sehr spalten«, sagte er.

Folter doch nicht so okay

Für seine revidierte Haltung zu Clinton zog sich Trump umgehend Kritik von rechtsgerichteten Unterstützern zu: Die Internetseite Breitbart News, die ihn im Wahlkampf unterstützte, warf ihm «Wortbruch» vor.

Mit der Ankündigung, Clinton ins Gefängnis wandern zu lassen, hatte Trump im Wahlkampf seine Basis mobilisiert. «Sperrt sie ein!», lautete ein Schlachtruf seiner Anhänger. Gegenüber der «New York Times» zeigte sich Trump nun zuversichtlich, die Enttäuschung seiner Anhänger abfedern zu können: «Ich werde ihnen erklären, dass wir unser Land in vielerlei Hinsicht retten müssen.«

Trump zeigte sich auch bereit, seine Zustimmung zur Folter beim Verhör von Terrorverdächtigen zu revidieren. Im Wahlkampf hatte er noch gesagt: «Folter funktioniert, okay?»

Distanziert sich von Rassismus

Sein jetziges Umdenken führte Trump auf ein Gespräch mit Ex-General James Mattis, der als Kandidat für das Amt des Verteidigungsministers gilt, zurück. Mattis habe ihm mit Blick auf die Folter gesagt: «Ich fand das nie besonders nützlich.» Beim Verhör komme es eher darauf an, ein Verhältnis zum Verhörten aufzubauen. Trump zitierte Mattis' Worte zu Verhörtechniken: «Gebt mir eine Schachtel Zigaretten und ein Bier, das klappt besser.«

Trump verteidigte auch seinen künftigen Strategiechef im Weissen Haus, Stephen Bannon, gegen Kritik, dieser sei ein Rassist. «Wenn er Rassist oder ein Rechter oder was auch immer in dieser Richtung wäre, würde ich überhaupt nicht darüber nachdenken, ihn zu beschäftigen.» Die Ernennung des radikalen Provokateurs war von vielen Seiten kritisiert worden.

Der Immobilienmilliardär wies in dem Interview zudem die Sorge vor einem Interessenkonflikt zwischen dem Präsidentenamt und seinen Geschäften zurück. Trump zeigte sich selbst überrascht, dass die Rechtslage seinen Geschäften keinen Riegel vorschiebe. «Ich hätte gedacht, dass man dann einen Treuhandfonds oder so etwas einrichten müsste, aber man muss es nicht», sagte er. «Theoretisch könnte ich perfekt meinen Konzern führen und perfekt das Land regieren.» Er werde dennoch «etwas tun", um beide Bereiche zu trennen, kündigte er ohne nähere Details an. (SDA)

Publiziert am 23.11.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
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33 Kommentare
  • Regula  Heinzelmann 23.11.2016
    Das Klima ändert sich, seit die Erde existiert. Viele Wissenschafter bestreiten, dass das mit CO2 zusammenhängt, diese werden systematisch diskriminiert. Statt das CO2 zu bekämpfen - das bekanntlich für den Pflanzenwuchs unentbehrlich ist - würde man besser dafür sorgen, dass die Umwelttechnik weltweit angewendet wird. Das ist noch lange nicht der Fall. Dazu muss man die (Regen-)wälder schützen. Abkommen wie CETA oder TISA fördern das Umweltmanagement sicher nicht.
  • Regula  Heinzelmann 23.11.2016
    Die CO2-Erderwärmungs-These stammt von dem Physiker und Chemiker Svante Arrhenius (1859 bis 1927), wurde aber schon zu dessen Lebzeiten widerlegt. Heute missbrauchen viele Politiker die These, um die Bürger abzuzocken, z.B. mit CO2-Steuern. Mister Trump kann nicht alles auf einmal erledigen. Wenn er Abkommen wie TTIP stoppen und das Lobbyverbot für Beamte durchsetzen kann, hat er in kurzer Zeit mehr Wahlversprechen umgesetzt als viele andere Politiker während Jahren.
    • Remo  Wyss 23.11.2016
      Ich würde Ihnen dringend empfehlen, das neueste NASA Video, welches das rasante Schrumpfen des Eises Dokumentiert, anzuschauen. Und denken Sie nicht, dass wir in der "sicheren Schweiz" vor den Auswirkungen der Klimaerwärmung sicher seien. Betr. TTIP und Lobbyverbot gebe ich Ihnen recht.
  • Remo  Wyss 23.11.2016
    Na also, langsam aber sicher holt ihn die Realität und die Vernunft ein. Es war naiv zu glauben, dass nun einer kommt und das ganze System umkrempelt. Nur die Rechtskonservativen sind unbelehrbar.
  • sixtus  hochstrasser aus villmergen
    23.11.2016
    sein problem wird sein, 4 jahre als präsident zu überstehen. bestimmt wird einem seiner glühenden und nun enttäuschen verehrer aus dem mittleren westen die sicherung durchbrennen und..............
  • Lex  Davidson , via Facebook 23.11.2016
    Immerhin ist er lernfähig! «Unsere SP» beschwört derweil den Klassenkampf, die Überwindung des Kapitals sowie die sozialistische Internationale. Was für ein Unterschied...