Der Schwiegersohn arbeitet gratis im Weissen Haus Jared Kushner ist der «Trump-Flüsterer»

Jared Kushner (36), Geschäftsmann und Schwiegersohn von Donald Trump, wird einer der Chefberater im Weissen Haus. Der Interessenkonflikt ist programmiert.

Interessenskonflikt vorprogrammiert: Jared Kushner als Trump-Flüsterer play
Seit 2009 verheiratet: Jared Kushner (36) und Ivanka Trump (35).  imago stock

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Eigentlich ist es dem US-Präsidenten verboten, Verwandte zu berufen. Das sieht ein entsprechendes Gesetz gegen Vetternwirtschaft aus dem Jahr 1967 vor. Es war verabschiedet worden, nachdem der frühere Präsident John F. Kennedy seinen Bruder Robert Anfang der 60er-Jahre zum Justizminister ernannt hatte.

Doch was verboten ist, bedeutete im Trump-Universum schon immer mehr Ansporn denn Hindernis. Deshalb überrascht die jüngste Meldung nicht: Donald Trump will seinen Schwiegersohn Jared Kushner zu einem seiner einflussreichsten Berater ernennen.

Auch über Kushners Ehefrau, Trumps älteste Tochter Ivanka (35), war zuletzt spekuliert worden, dass sie eine wichtige Rolle an der Seite ihres Vaters spielen könnte. Aus dem Übergangsteam hiess es aber nach der Benennung Kushners, Ivanka werde nun doch keinen Job im Weissen Haus annehmen, sondern sich vorerst um ihre drei Kinder kümmern. Dass Ivanka an den Herd zurückkehrt, kann angesichts eines Milliardärshaushalts aber kaum behauptet werden.

Der «Trump-Flüsterer»

Kushner, der heute seinen 36. Geburtstag feiert, gehörte schon während des Wahlkampfs und in der Übergangszeit zu den einflussreichsten Figuren in Trumps Machtzirkel. Er soll wesentlich an Personalentscheidungen des designierten Präsidenten beteiligt gewesen sein. Nun wird der Geschäftsmann aus New Jersey auch zum Strippenzieher im Weissen Haus. 

Medien nennen Kushner den «Trump-Flüsterer». Laut Insidern ist er der Einzige, der das aufbrausende Temperament des künftigen Präsidenten besänftigen kann. Trump selbst bezeichnet Kushner als «brillanten jungen Mann». Er traue ihm gar zu, den Nahost-Konflikt zu lösen, so Trump einst im Wahlkampf. 

Kein Gehalt, viel Einfluss

Um den Nahost-Konflikt dürfte sich auch Kushners Hauptaufgabe im Weissen Haus drehen. Der Sohn einer orthodox jüdischen Familie soll sich gemäss Aussagen seiner Anwältin Jamie Gorelick vor allem um die Themen Israel und Mittlerer Osten kümmern. Ausserdem werde er eng mit Trumps designiertem Handelsminister Wilbur Ross zusammenarbeiten.

Für seinen Schwiegersohn schweben Trump Titel wie «Senior Advisor» oder «Special Counsel» vor. Er soll sich um alles kümmern, was Trump wichtig ist – und das offenbar für lau. Gemäss US-Medien wird Kushner für seine Beraterrolle kein Gehalt kassieren. 

Kushners Loyalität gegenüber Trump gilt als unerschütterlich. Zwischen den beiden gibt es gleich mehrere Gemeinsamkeiten. Ebenso wie Trump ist Kushner Immobilienunternehmer und Medienmanager. Die Wochenzeitung «New York Observer», die Kushner 2006 gekauft hatte, trat etwa als eine der wenigen bekannteren Blätter offiziell für Trump im Wahlkamp ein.

Fader Beigeschmack

Die Beraterrolle des Geschäftsmanns an der Seite des Präsidenten löst heftige Diskussionen um mögliche Interessenkonflikte aus. Erst am Wochenende war Kushner in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er sich eine Woche nach Trumps Wahlerfolg mit einem chinesischen Immobilien-Tycoon getroffen hatte, um über eine Zusammenarbeit zu verhandeln.

Anwältin Jamie Gorelick war gestern denn auch sichtlich darum bemüht, den faden Beigeschmack bei Kushners Benennung zu vertreiben: Ihr Mandant werde sich vom Justizministerium rechtlich beraten lassen, sagte sie der «New York Times».

Zudem plane Kushner, Teile seiner Immobilien-Holdings und andere Unternehmungen an seinen Bruder und einen Trust zu veräussern, dem seine Mutter vorstehe. Seine Position als Verleger des «Observer» hat Kushner bereits an seinen Schwager übergeben. Ob das reicht, all jene zu befrieden, die einen Verstoss gegen Anti-Vetternwirtschafts-Gesetze und Interessenskonflikte befürchten?

Für die Trump-Berater ist alles sowieso halb so wild. Sie argumentieren, dass der Präsident grösseren Spielraum habe, wenn es um Ernennungen für das Weisse Haus und nicht das Kabinett gehe.

Publiziert am 10.01.2017 | Aktualisiert am 17.01.2017
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9 Kommentare
  • Eugen  Inauen 11.01.2017
    Es sind alle dabei, oder hat man schon mal gesehen,
    dass die Reichen mit den Armen teilen. Es sind
    alles Milliardaere an den Spitzen. Alle sitzen
    in einem Boot und das heisst Reich
    toetet. Wir sind schon lange
    verloren. Zum Glueck
    ist das Leben
    endlich
    schoen.
  • Annemarie   Setz 10.01.2017
    Wieso "waren wir schockiert" als Obama Präsident der USA wurde? Vielleicht weil er nicht weisser Hautfarbe ist? So etwas verstehe ich nicht. Obama hat vieles, nicht alles, gut gemacht. Er hat nie auf andern Menschen sondern hat sein Amt mit Würde und Anstand geführt, ganz im Gegensatz zu seinem twitternden Nachfolger.
  • Boris  Kerzenmacher 10.01.2017
    Die Entzauberung von Macht findet statt und das ist gut so. Talente statt Sitzfleisch und Parteibuch. 1:0 für Trump ! Die Linken fühlten sich nun insgeheim um ihren Erfolg betrogen, sie dachten immer, einer von ihnen würde das System irgendwann mal kräftig aufmischen, jetzt ist es einer von drüben. Dumm gelaufen.
    D. Trump könnte die Reinkarnation einer "Mutter Teresa" in sein Kabinett berufen und die "Beleidigten Leberwürste" würde auch das für falsch halten.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    10.01.2017
    Unglaublich wie die Demokratie getreten wird von einem kleinen Kreis Menschen.

    Präsident Herr Trump wurde Demokratisch gewählt und kann eine Regierung bilden im Auftrag des Volkes.

    Herr Kushner soll doch Berater sein, was spricht dagegen.

    Vor 8 Jahren waren wir Schockiert als Obama gewählt wurde, aber auch er wurde Demokratisch gewählt.






  • Annemarie   Setz 10.01.2017
    Eigentlich wäre diese Vetterliwirtschaft verboten, aber es kümmert sich ja niemand mehr darum, weder in Amerika noch anderswo. So geht heute Politik. Immerhin hat Trump mit seinem Schwiegersohn wohl einen Zuflüsterer, der etwas mehr im Hirn hat.