Trotz Begnadigung Verzweiflungs-Mörderin Jacqueline Sauvage bleibt im Knast

Jacqueline Sauvage und ihre Kinder wurden jahrelang geschlagen und missbraucht – bis die Frau nach fast 50 Jahren ihren gewalttätigen Mann erschoss. Nun wurde ihre zweite Berufung auf Freilassung vom Gericht abgelehnt, obwohl Präsident Holland die misshandelte Frau im Januar begnadigte.

Ihr Fall erregte jüngst Aufsehen in Frankreich: Jacqueline Sauvage, die ihren Mann getötete hatte, wurde von Präsident Hollande begnadigt. play
Ihr Fall erregte jüngst Aufsehen in Frankreich: Jacqueline Sauvage, die ihren Mann getötete hatte, wurde von Präsident Hollande begnadigt – sitzt aber noch immer hinter Gittern. PHILIPPE RENAUD

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Genf, Sydney, Washington Frauen marschieren gegen Trump
2 Trump schockierte Experten «Die radikalste Antrittsrede aller Zeiten!»
3 Sie spielten Billard, als die Schneewalze kam Hotel-Kinder...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Eine wegen Mordes an ihrem gewalttätigen Mann verurteilte Französin bleibt trotz ihrer Begnadigung durch Frankreichs Präsident François Hollande in Haft. Das Berufungsgericht in Paris wies den Antrag der Frau auf Freilassung in zweiter Instanz zurück. Ihre Anwälte prüfen, dagegen Rechtsmittel einzulegen.

Präsident Hollande hatte sich bereits im Januar unter Auflagen für eine Freilassung von Jacqueline Sauvage ausgesprochen. Ein Gericht in Melun südlich von Paris wies einen ersten Antrag der Frau aber im August zurück (BLICK berichtete). Die Richter begründeten dies ähnlich wie nun auch die Richter des Berufungsgerichts: Die Frau bereue ihre Tat nicht und sehe sich als Opfer.

Die im Herbst 2014 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilte Frau hatte ihren Mann, einen Alkoholiker, nach 47 Jahren Ehe mit einem Gewehr erschossen. Dieser hatte sie und ihre Kinder immer wieder geschlagen und missbraucht. Einen Tag vor der Tat hatte ihr Sohn Suizid begangen.

Der Fall sorgte in Frankreich für grosses Aufsehen. 400'000 Menschen unterschrieben eine Petition für die Freilassung der Verurteilten. (SDA)

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
teilen
teilen
0 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Lukas  Schläpfer aus Raron
    25.11.2016
    Die Frau hat sicher gelitten und nach dem Suizid von ihrem Sohn rot gesehen. Irgendwie finde ich ja auch die Begnadigung in Ordnung. Andererseits: Hätte sie nicht auch die Möglichkeit der Scheidung gehabt? Oder in ein Frauenhaus zu gehen? Logisch diese Dinge müssen auch furchtbar schwierig sein. Ich will da gar nichts beschönigen. Aber bevor ich jemanden umbringe sollte ich doch jede andere Möglichkeit ausgeschöpft haben. Von dem her kann ich das Gericht auch verstehen, dass es nicht zustimmt.
  • jamart  meyer aus Saint-Loup-sur-Semouse
    24.11.2016
    es ist eine Schande fuer die Gerichte in France, trotz Begnadigung (teilweise) durch den President
  • Marga  Koch , via Facebook 24.11.2016
    Die Frau beging nach körperlichen und psychischen Misshandlung, die über viele Jahre andauerten, gegen ihren Peiniger eine Verzweiflungstat, was kein Mord ist, sondern ein Totschlag (sinngemäss nach Art. 113 StGB, CH). Ich finde es richtig, dass sich der französische Präsident für ihre Begnadigung ausgesprochen hat. Ich wünsche der Frau, die jahrelang furchtbaren Qualen ausgesetzt war, dass ihr Anwalt die Ablehnung an ein höheres Gericht weiterzieht und dieses die Begnadigung gutheisst.
  • Ruedi  Frauchiger aus Egg
    24.11.2016
    Völlig verständlich. Eine Frau tötet ihren Ehemann, der sie jahrelang gequält hat. Das gibt es doch nicht. So etwas ist nicht zu tolerieren. Anders wäre es umgekehrt, dann wäre es durchaus verständlich, dass ein Mann genug hat. So ist es halt auch heute noch. Die gute alte Zeit dauert offenbar an.
  • Peter  Leo 24.11.2016
    Grande Nation? Von diesen 47 Jahren Ehe hat sie sicher mindestens die halbe Zeit unter dem Alki gelitten. Wie soll man dann das Ende mit Schrecken bereuen? Verkehrte Welt.