Tritt der Dalai Lama zurück?

  • Publiziert: 18.03.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

LHASA (Tibet) – Die Gewaltspirale im Tibet dreht weiter. Heute wurden 19 Menschen getötet, insgesamt sollen es 99 sein. Der Dalai Lama droht sogar mit seinem Rückzug.

Das religiöse Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, rief seine seine Landsleute heute eindringlich zur Gewaltfreiheit auf. Er drohte mit seinem Rückzug, sollten die Tibeter in ihrem Streben nach Selbstbestimmung und Freiheit jemals zu den Waffen greifen.

Der Dalai Lama sagte nach Angaben seines Sprechers im nordindischen Dharamsala, wenn seine Landsleute dem Kurs der Gewaltfreiheit nicht mehr folgten, sehe sich der Dalai Lama ausserstande, Oberhaupt des tibetischen Volkes zu bleiben. Gleichzeitig wies der Dalai Lama Vorwürfe der Regierung in Peking zurück, für die gewalttätigen Unruhen in Tibet verantwortlich zu sein.

Chinesische Regierungsvertreter seien eingeladen, sich am Sitz der tibetischen Exilregierung in Dharamsala davon zu überzeugen, dass es keinerlei Verbindungen zwischen dem Dalai Lama und dem jüngsten Ausbruch der Gewalt gebe, sagte der Sprecher.

Anlass der Proteste war der 49. Jahrestag eines Aufstandes in der tibetischen Hauptstadt Lhasa gegen die chinesischen Besatzer (Blick.ch berichtete). Tibet wird seit dem Einmarsch der chinesischen Armee 1950 von der Volksrepublik China beherrscht. Die Regierung in Peking lehnt eine Autonomie der Himalaya-Region strikt ab. (SDA)

Protest in Lausanne

LAUSANNE – 150 Tibetorganisationen fordern in einem Brief das IOC dringend auf, das Töten in Tibet aufs Schärfste zu verurteilen und Tibet von der Route des Olympischen Fackellaufes zu streichen. Der Fackellauf, welcher in einer Woche beginnt, soll durch Lhasa und andere tibetische Städte, sowie auf den tibetischen Mount Everest führen.
play Die Proteste im Tibet forderten bereits 99 Opfer. (AP)

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