Beben in Haiti Tragödie für die Vereinten Nationen

  • Aktualisiert am 03.01.2012

PORT-AU-PRINCE – Sie waren gekommen, um zu helfen. Doch für die Helfer der Vereinten Nationen entwickelt sich das verheerende Erdbeben zur Tragödie.

Fast zwei Tage nach dem Beben werden nach Angaben einer Sprecherin immer noch mehr als 100 internationale und einheimische Uno-Mitarbeiter vermisst. Unter den Toten ist offenbar auch der Leiter der Uno-Friedensmission «Minustah», der seit vielen Jahren mit Friedensmissionen betraute tunesische Uno-Diplomat Hedi Annabi.

Bei dem Beben der Stärke 7,0 war am Dienstagnachmittag das Hauptquartier der Uno-Friedensmission in der Hauptstadt Port-au-Prince zerstört worden. Bis zu 250 Mitarbeiter befanden sich in dem fünfstöckigen Gebäude, unter ihnen auch Annabi.

Allein im Rahmen der «Minustah» sind rund 11000 Blauhelm-Soldaten, Polizisten und weitere Mitarbeiter im Land, aber auch andere UNO- Organisationen unterhalten Büros in Haiti. Mehrere dieser Büros wurden bei dem Beben ebenfalls beschädigt.

Die Zentrale des Uno-Ernährungsprogramms WFP in Port-au-Prince steht zwar noch, doch vermisst auch das WFP rund 20 örtliche Mitarbeiter. Die bisher mehr als ein Dutzend von der Uno bestätigten Todesopfer stammen aus fast allen Teilen der Welt, darunter aus Brasilien, Jordanien, Argentinien, China und dem Tschad.

Schwerster Schlag seit 2003

Sollten die mehr als 100 Vermissten tatsächlich bei dem Beben umgekommen sein, wäre es der schwerste Schlag für die internationale Organisation seit August 2003: Damals waren bei einem Selbstmordanschlag auf das Uno-Hauptquartier in Bagdad 22 Mitarbeiter getötet worden, unter ihnen der Sonderbeauftragte Sergio Vieira de Mello.

Im Dezember 2007 starben 18 Mitarbeiter bei Autobombenanschlägen auf die Uno-Büros in Algier. Im Oktober vergangenen Jahres musste die Uno gleich zwei Angriffe auf ihre Vertretungen in Pakistan und Afghanistan hinnehmen.

Am Anfang jenes Monats starben fünf Mitarbeiter bei einem Selbstmordanschlag auf das WFP-Büro in Islamabad, rund drei Wochen später wurden sechs weitere Uno-Vertreter beim Angriff bewaffneter Taliban auf eine Unterkunft in Kabul erschossen. (SDA)

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