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Der französische Arzt kann seinen Frust vor einer burmesischen Botschaft in Singapur kaum bändigen: «Gerade ist eine Frau herausgekommen, mit einem Touristenvisum. Touristen sind willkommen, Ärzte nicht», faucht er in eine Fernsehkamera.
Er hat wie hunderte andere Nothelfer keine Chance – ausländische Ärzte, Logistiker und Techniker dürfen nicht ins Katastrophengebiet, wo hunderttausende Zyklon-Opfer verzweifelt auf Hilfe warten.
Die herzlosen Militärs von Burmas Junta wollen selbst bestimmen, wer welche Hilfe bekommt. Auch wenn sie damit das Leben von zehntausenden Nargis-Opfern aufs Spiel setzen.
Hilfsgüter verteilt nur die Junta
China, Russland, Thailand haben ihre Hilfe wie verlangt den Soldaten ausgehändigt. Auch die USA. Diplomaten konnten zwar das Entladen der US-Militärmaschinen in Rangun überwachen. Doch wo die Nahrungsmittel, Medikamente und das Rettungs-Material letztendlich landen, weiss niemand.
Ein bisschen besser dran sind Hilfsorganisationen, die Personal im Land haben. Ihre einheimischen Mitarbeiter dürfen – anders als Ausländer – in die «Todeszone». Doch es fehlt überall an geeignetem Personal.
Ingenieure gesucht
Die Not macht erfinderisch: «Wir haben Rangun abgesucht und 30 Ingenieure ausfindig gemacht», sagt John Sparrow vom Roten Kreuz. «Zehn haben wir schon angeheuert und ausgebildet.» Sie sollen Wasseraufbereitungsanlagen aus Deutschland bedienen, die das Rote Kreuz nur ohne die dazugehörigen Techniker nach Rangun schickten konnte.
Die Organisation World Vision holt einige der mehr als 500 einheimischen Mitarbeiter zum Training nach Bangkok. «Sie lernen in drei Tagen, wie man Sanitäranlagen aufbaut und wartet», sagt James East in Bangkok. «Die nächste Gruppe macht einen Schnellkurs in Buchhaltung.»
Leben aufs Spiel gesetzt
Zudem suche World Vision im Ausland Exil-Burmesen, die als Helfer in ihre Heimat gehen wollen. Auch Médecins sans Frontières hat im Irrawaddy-Delta zusätzlich Einheimische eingestellt. Das alles ändert nichts daran, dass die Junta mit ihrem Widerstand gegen ausländische Experten das Leben der Opfer aufs Spiel setzt. (SDA/bih)