Todeszone Syriens Kaum Hoffnung für die Kinder in Aleppo

Der syrische Nachwuchs ist in Aleppo nicht nur durch Luftangriffe in Todesgefahr, sondern auch durch die fehlende oder mangelnde Gesundheitsversorgung.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Drama auf der Wildsau-Pirsch Jäger trifft Liebespaar – tödlich
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

Das Leiden nimmt kein Ende für die Kinder Aleppos: Seit dem Ende der Waffenruhe seien aufgrund von syrischen und russischen Luftangriffen mindestens 321 Kinder verletzt und 114 getötet worden. Vor Ort sorgt man sich nebst den Kämpfen vor allem um einen Anstieg der durch Wasser übertragenen Krankheiten, schreibt die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» in einer Mitteilung.

Mangelnde Grundversorgung

Sie können weder spielen noch schlafen und das Essen wird auch immer knapper. Laut Ärzte ohne Grenzen können Grundbedürfnisse kaum mehr erfüllt werden: Es mangelt an sauberem Trinkwasser, medizinischem Material und Treibstoff.

Die Dehydrierung der Kinder habe beispielsweise einen Ausbruch von Hepatitis A und Durchfall zur Folge gehabt. Früher habe es Kampagnen zur Bekämpfung von Polio gegeben – heute können aus einfachsten Verletzungen Todesfälle werden.

Syrien-Krieg: Kaum Hoffnung für Kinder in Todeszone von Aleppo play
Zerstörtes Ambulanzfahrzeug vor zerstörten Gebäuden in Ost-Aleppo. (Archivbild) Keystone/AP Syrian Civil Defense White Helme/UNCREDITED

 

«Die Zahl der medizinischen Teams, die in Ost-Aleppo arbeiten, reicht zudem nicht aus», sagt Dr. Hassan Nerabani von der Direktion für Gesundheit in Aleppo «Sie sind überfordert mit der enormen Zahl Kriegsverwundeter und ihre Priorität ist es, Leben zu retten. Gesundheitsprogramme für Kinder sind daher eingestellt.»

Auch die schulische Ausbildung der Kinder fällt dem Krieg zum Opfer. «Die Familien haben Angst, ihre Kinder in die Schule zu schicken», sagt Mohammed Bakir vom Lehrerkomitee von Ost-Aleppo. Sieben von 100 Schulen seien seit dem Schulanfang im September von Bomben getroffen.

Syrien-Krieg: Kaum Hoffnung für Kinder in Todeszone von Aleppo play
Verbombte Gebäude in Ost-Aleppo. Viele der Bewohner müssen in Bunkern unter der Stadt ausharren. REUTERS TV

Kein Ausweg

Wieso bleiben die Familien unter derart prekären Umständen in Aleppo? Laut einem Bericht der New York Times herrsche grosses Misstrauen gegenüber der Regierung, die sichere Fluchtwege organisiert hatte. Auch ziehen viele der Bewohner ein Leben in Ost-Aleppo immer noch dem Leben als Flüchtling vor. Von der Regierung wird hingegen berichtet, dass es die Rebellen seien, die die Flucht der Familien verhindern.

S eit dem Anfang des Syrien-Konflikts in 2011 zählt die syrische Gesundheitsdirektion mindestens 5200 tote Kinder. Die internationale Gemeinschaft sei mittlerweile gegen die Bilder von toten Kindern immun, kritisiert Carlos Francisco, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen. Diese Gleichgültigkeit ändere jedoch nichts an der Realität, dass Schulen zerstört werden und Kinder täglich in dieser «Todeszone» sterben. (ysi)

Publiziert am 16.10.2016 | Aktualisiert am 17.10.2016
teilen
teilen
0 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

3 Kommentare
  • Hans  Müller 16.10.2016
    Da hat es Babies darunter. Wie um Gottes Namen kommt jemand auf die Idee Kinder während eines tobenden Bürgerkriegs auf die Welt zu stellen. Was denkt sich so jemand dabei bloss?
  • Thomas  Muster 16.10.2016
    Eines ist klar Aleppo wird fallen - und der Krieg wird weiter gehen.Wer diese Stadt beherrscht, kontrolliert den strategisch wichtigen Punkt zwischen Mittelmeer und Euphrat und damit den Nordwesten Syriens. Deswegen versuchen die Armee von Präsident Baschar al-Assad und ihre Verbündeten mit allen Mitteln, den Ostteil der früheren Millionenstadt von den Rebellen zurückzuerobern.Das Assad-Regime wird zwar gewinnen aber der Krieg wird dadurch noch lange nicht beendet.Tausende werden noch sterben.
    • John  Livers aus St.Gallen
      16.10.2016
      @ Thomas Muster
      Hoffentlich wird Assad gewinnen, nur so besteht Hoffnung auf eine Waffenruhe. Ohne Assad würde ein Machtvacuum entstehen die die verschiedenen Gruppen würden sich noch Jahre bekämpfen. Syrien braucht eine starke Führung und eine starke Armee. Beispiele gibt es in der Region ja genügend.
      In den nächsten Tagen will die Irakische Regierung zusammen mit den USA Mossul zurück erobern. Mal sehen was die Presse dann schreibt?