Todesflug AF 447: Flog der Pilot im Gewitter zu schnell?

PARIS – Die Air-France-447 soll mit falscher Geschwindigkeit in die Gewitterzone geflogen sein, berichten französische Medien. Auch Aviatikexperte Sepp Moser hält dies für möglich.

  • Publiziert: 04.06.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

Der Airbus des Typs A330 sei mit falschem Tempo unterwegs gewesen, berichtet die Zeitung «Le Monde» heute und zitiert einen nicht genannten Experten aus dem Umfeld der Ermittlungen. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

«Falsches Tempo» würde heissen, dass die AF 447 zu schnell unterwegs gewesen war. Denn, so Aviatikexperte Sepp Moser gegenüber Blick.ch, für verschiedene Flugbedingungen gibt es optimale Geschwindigkeiten. «Ist man in einer Gewitterfront zu schnell unterwegs, bedeutet das, dass das Flugzeug viel härtere Schläge aushalten muss.»

Doch Moser relativiert die Geschwindigkeits-These: «Möglich, dass das Flugzeug zu schnell unterwegs war. Salopp gesagt hätte aber ebenso gut ein Meteorit das Flugzeug treffen können. Zu diesem Zeitpunkt weiss wirklich niemand, wieso die AF447 abstürzte. Das kann nur der Flugschreiber beantworten oder die genaue Untersuchung der Trümmer.»

Keine Spur von den Opfern

Trotz intensiver Suche gibt es bislang keine Spur von den Opfern der Katastrophe. Die brasilianische Luftwaffe ortete zwar neue Wrackteile sowie eine lange Ölspur in dem Absturzgebiet etwa 1200 Kilometer nordöstlich von Brasiliens Festlandküste.

«Es wurden keine Leichen oder Überlebende gefunden», sagte Verteidigungsminister Nelson Jobim gestern Abend. Es gilt drei Tage nach dem Absturz des Airbus als nahezu unmöglich, dass jemand ein derartiges Unglück überlebt haben könnte.

Unbewohnte Inselgruppe

Im Verlauf von heute werden weitere Schiffe der Marine in dem Seegebiet erwartet. Sie sollen eine Zone mit einem Radius von 230 Kilometer durchkämmen, die sich in der Nähe der Sankt-Peter-und-Pauls-Felsen, einer winzigen, kahlen und unbewohnten Inselgruppe im Atlantik, befindet. «Es gibt keinerlei Zweifel, dass die Absturzstelle an diesem Ort ist», sagte Jobim.

Die Tageszeitung «Le Figaro» berichtete unter Bezug auf Ermittlungskreise, die Trümmer seien über mehr als 300 Kilometern verteilt. Dies spreche dafür, dass das Flugzeug in der Luft auseinandergerissen sein könnte.
(SDA/gux)

play Aviatik-Experte Sepp Moser. (www.sepp-moser.ch)

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