Todes-Droge Fentanyl: Dieses Pflästerli ist 50 Mal stärker als Heroin

MANCHESTER (USA) - Die Welt hat ein neues Drogenproblem: Junkies haben das Schmerzmittel Fentanyl als Rauschmittel entdeckt. Schon kleine Mengen davon können tödlich sein.

Dieses Pflästerli ist 50 Mal stärker als Heroin

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Sechs Kleinkinder kamen ums Leben Ikea ruft Millionen Killer-Kommoden zurück
2 Deutsche Polizei feiert «Held des Tages» Flüchtling (25) gibt...
3 Terror in Istanbul: 41 Tote und 239 Verletzte Sind das die...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
274 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normales Pflaster. Zum Einsatz kommt es aber nicht etwa bei Schnittwunden oder Schürfungen, sondern bei Krebs: Patienten kleben es sich auf die Haut, um die chronischen Schmerzen zu lindern. 

Fentanyl heisst der Wirkstoff, der die Schmerzen erträglich macht. Das Opium-ähnliche Mittel hat es in sich: Es ist 50-mal stärker als Heroin und 100-mal stärker als Morphium. Kein Wunder, ist die Droge auch bei Junkies beliebt. Die Süchtigen kochen die Schmerzpflaster aus und spritzen sich den Sud in die Venen.

Die Süchtigen kochen die Schmerzpflaster aus und spritzen sich den Sud in die Venen. play
Dieses Pflaster hat es in sich: Das Opium-ähnliche Mittel Fentanyl. mauritius images

Wie viel sich beim Kochen herauslöst, ist aber nicht zu kalkulieren. «Das hängt vom Hersteller, dem Fabrikat, der Art und Dauer der Extraktionsmethode ab», sagt Medizinerin Beate Erbas gegenüber der «Süddeutschen Zeitung». Die Abhängigen pumpen sich also mit einer Droge voll, deren Dosis sie nicht abschätzen können. 

Die Folgen sind fatal: Fentanyl macht extrem schnell abhängig und führt zu einer verlangsamten Atmung – bis hin zum Atemstillstand. Bereits kleine Mengen davon sind tödlich.

Im US-Bundesstaat New Hampshire forderte «China White», wie die Pflaster-Droge in der Szene genannt wird, bereits zahlreiche Tote. Fast 400 Menschen starben 2015 an den Folgen einer Überdosis, bei 261 war Fentanyl im Spiel. Besonders schlimm ist die Situation in der Stadt Manchester. Dort gingen von insgesamt 69 tödlichen Überdosen 47 auf das Konto von Fentanyl.

«Die Droge tötet unsere Bürger», sagte der örtliche Polizeichef Nick Willard kürzlich bei einer Anhörung im US-Kongress.

Die Drogenbehörde DEA spricht inzwischen von einer «alarmierenden Rate» an Fentanyl-Überdosen. Die Zeichen stehen schlecht, dass der Drogentrend bald abflaut. In den USA unterliegt der Wirkstoff nämlich keinerlei Kontrollen. (vsc)

Publiziert am 06.02.2016 | Aktualisiert am 06.02.2016
teilen
teilen
274 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Luca  Mueller Kläger aus Bütschwil
    07.02.2016
    Seit einer schweren OP im Jahre 2008 wurde mir anfangs 50 mykrogramm Pflaster verabreicht. Heute bin ich, immer noch wegen der schweren chronischen Schmerzen von drei unverschuldet Autounfällen 2003/ 2004 auf 150myg. Das beschriebene Rauscherlebnis habe ich bis heute auf jeden Fall noch nie erlebt. Also was soll der Hype?
    • Elmar  Paulke aus Bern
      07.02.2016
      Ich nehme an Sie benutzen die Pflaster auch wie gedacht und kochen die Pflaster nicht aus und spritzen sich den Sud in die Venen...?
  • Christoph  McGlaus , via Facebook 07.02.2016
    Unglaublich! Warum wird nicht erwähnt, dass Fentanyl in der Schweiz als Betäubungsmittel gilt und nur med. qualifizierte Personen damit arbeiten dürfen? Tausende pflegebedürftige Menschen können dank Fentanyl ein schmerzfreies Leben führen, weil alle 3 Tage 1 vom Arzt verordnetes Pflaster aufgeklebt wird. Nix von Todesdroge! sinnvoll eingesetzt lindert es Leiden und verlängert Lebensqualität! BITTE keine Hysterie von unwissenden, ahnunungslosen Journis oder sonstigen Mitmenschen!
  • Markus  Kohler aus thun
    07.02.2016
    Ein Null-News Beitrag. Schon vor gut 10 Jahren gab es eine solche Welle in den USA. In der Schweiz wird diese Substanz kaum auf dem illegalen Markt gehandelt. Fentanyl ist für die Medizin unverzichtbar bei starken Schmerzen und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Damit kann man diesen Artikel auch gleich wieder vergessen.