Er gab mehr als 180 Schüsse ab Hier spaziert der Disco-Attentäter durch Istanbul

Beim Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul wurden viele der Opfer durch gezielte Kopfschüsse getötet. Der Attentäter habe laut Ermittler im Umgang mit der Waffe sehr professionell gewirkt.

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Bei den Ermittlungen zu dem Anschlag auf die Nobeldisco «Reina» in Istanbul hat die türkische Polizei laut Medienberichten acht Verdächtige festgenommen. Weitere Angaben zu den am Montag gefassten Verdächtigen machte die Nachrichtenagentur Dogan zunächst nicht.

Laut Dogan setzt die Polizei ihre Fahndung aber fort, der Attentäter selbst sei offenbar weiter auf der Flucht. Gestern Abend hatte die türkische Polizei erste Fotos des Attentäters veröffentlicht:

 

Noch immer gibt es keine heisse Spur zu dem Mann. Die Polizei geht davon aus, dass der Terrorist aus Kirgistan stammt.

Attentäter von Istanbul: Polizei veröffentlicht Selfie-Video play
Mit diesem Foto fahndet die türkische Polizei nach dem Attentäter. Polizei
IS bekennt sich

Zuvor hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärt, hinter dem verheerenden Angriff zu stehen.

Ein «Soldat des Kalifats» sei für die Tat verantwortlich, heisst es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS. Die Echtheit des Bekennerschreibens liess sich zunächst nicht überprüfen.

 

39 Tote, darunter 26 Ausländer

Beim Angriff auf eine Silvesterfeier im bekannten Club «Reina» waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Gemäss der BILD-Zeitung befinden sich auch zwei Menschen, die in Bayern wohnten, unter den Opfern. Bei dem einen soll es sich um einen türkischen Staatsangehörigen handeln, der andere besitze sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. Schweizer Opfer wurden zunächst nicht bestätigt.

Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 69 Menschen seien zudem verletzt worden, auch unter ihnen seien mehrere Ausländer.

Wahllos das Feuer eröffnet

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Viele Opfer seien durch gezielte Kopfschüsse getötet worden. Insgesamt habe der Attentäter mehr als 180 Schüsse abgegeben und dabei sechs Mal das Magazin gewechselt. Das berichtet die Zeitung «Hürriyet Daily News» am Montag unter Berufung auf Ermittler, die die Videobilder ausgewertet haben.

Der Täter tötete auch am Boden liegende Menschen durch Kopfschüsse, berichten Augenzeugen. Schliesslich sei er in die Küche gegangen, wo er rund 13 Minuten geblieben sei, die Kleidung gewechselt und seinen Mantel zurückgelassen habe.

Zeugen zufolge rief er «Allahu akbar» (Allah ist gross). Auch die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, hatten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen radikal-islamischen Hintergrund gewertet.

Dem Bericht zufolge entkam der Mann, der seinem Aussehen nach angeblich aus Usbekistan oder Kirgistan stammen soll, in der allgemeinen Panik nach dem Angriff unerkannt.

 

IS-Chef rief zu Anschlägen auf

Nach dem türkischen Einmarsch im August in Syrien hatte der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi im November zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Türkische Truppen liefern sich in der nordsyrischen Region um die Stadt Al-Bab seit einiger Zeit heftige und verlustreiche Gefechte mit IS-Kämpfern. Der IS beherrscht Al-Bab.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte nach dem Anschlag in der Neujahrsnacht an, weiter entschlossen gegen den Terrorismus zu kämpfen. Die Türkei werde alles tun, um «die Sicherheit und den Frieden ihrer Bürger zu gewährleisten».

International wurde die Bluttat scharf verurteilt. Bereits 2016 hatte die Türkei eine ganze Reihe verheerender Anschläge erlebt. (bau/gru/sda)

Publiziert am 03.01.2017 | Aktualisiert am 04.01.2017
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17 Kommentare
  • Destani  Marvin 03.01.2017
    Wieso wird immer auf Erdogan geschossen. Er setzt sich für sein Land ist doch normal. Er hat viel für die Türkei erreicht. Seht mal wo Türkei vor zehn Jahren stand und wo sie heute steht auch mal die Entwicklung beachten. Klar wirkt alles übertrieben was Erdogan macht aber bei einer Demo von 10000 in einer Stadt wie Istanbul mit 22 Mill. ist das nicht im Vergleich die Mehrheit steht hinter ihm übrigens demokratisch gewählt nur der Westen hat immer mehr Angst weil er Mächtiger wird.
    • Ernst  Baumann 03.01.2017
      Niemand hat etwas gegen Erdogan. Er will sein Land zurückführen ins Mittelalter. Wenn ihm die Bevölkerung folgt alles OK. Nur soll er sich nicht in Fragen der Zivilisation in Europa einmischen sondern in seiner eigenen Welt glücklich werden. Und seine Gefolgsleute hier in Europa sollen dorthin zurück und sich in dieser anderen Umgebung wohlfühlen.
  • stefan  Könitzer aus Frauenfeld
    03.01.2017
    War auch in Istanbul vor einem Jahr im November. Nie mehr. Abzocke wohin man blickt, einfach unsympathische Mentalität. In keinen Geschäft sind Preise an Souvenirs angeschrieben - sonst könnt man ja die Touristen nicht mit überrissenen Fantasiepreisen übers Ohr hauen. Wir waren in einer Disco, da wurden uns einfach ne Flasche berechnet die wir nicht mal hatten, als wir reklamierten standen etwa 7 Typen aggressiv vor uns. Nie wieder. In Asien sind sie gastfreundlicher.
  • jürg  frey aus teufen
    03.01.2017
    Wer glaubt 2017 werde ruhiger, der -die irrt gewaltig. Diese Aktionen werden weiter anhalten. Meine Hoffnung auf etwas mehr Friede ist, das Putin und Trump sich besser verstehen und die Grossmächte mehr gemeinsam als allein tun werden. Dabei ist gerade Europa daran sich davon zu distanzieren.
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    03.01.2017
    Für mich ist klar, man nimmt das Thema Personen Einlass viel zu lax. Die zwei, drei bewaffneten Sicherheitsleute nützten überhaupt nichts. Sie hätten gerade so gut daheim bleiben können. Es müssen bauliche Vorkehrungen getroffen werden mit Vereinzelungstüren, Scannern etc, wie wirs vom Flughafen kennen. Für mich unverständlich, wie naiv man ist seitens Betreiber, Besucher und Polizei Prevention. Jeder weiss, dass die Türkei exponiert ist und dass es solche Angriffe geben wird.
  • Charly  aus Belp
    03.01.2017
    Wehr jetzt noch in die Türkei reist ist selber schuld, die Türkei ist leider ein hochrisiko Land, wieso denn flegt die Swiss dieses Land nicht mehr an?
    Ich werde in den nachsten Jahren sicher nie mehr in solche Lander fahren und das kann jahrzehnte dauern