Terrorismus - Frankreich Französische Polizei verhindert womöglich neuen Anschlag

Paris – Mit der Festnahme eines Islamisten mit Verbindungen zum Paris-Attentäter Abdelhamid Abaaoud hat die französische Polizei womöglich einen neuen Anschlag verhindert. In der Wohnung des Verdächtigen nahe Paris fanden die Ermittler Kalaschnikows und den Sprengstoff TATP.

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Die verlautete am Freitag aus Polizeikreisen. Der 34-Jährige war 2015 in Brüssel wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadistenzelle verurteilt worden.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve gab die Festnahme des Verdächtigen Reda Kriket am Donnerstagabend bekannt. Mit der Ergreifung des 34-jährigen Franzosen sei ein «im fortgeschrittenen Stadium geplantes Attentat in Frankreich vereitelt» worden, sagte der Minister. «Er bewegte sich innerhalb eines Terrornetzwerks, das Frankreich treffen wollte.»

Bei der Durchsuchung der Wohnung im nordwestlich von Paris liegenden Argenteuil fanden die Ermittler mehrere Schnellfeuergewehre, darunter vom Typ Kalaschnikow. In der Wohnung befand sich ausserdem Sprengstoff, unter anderem TATP, das bei den Anschlägen von Paris und vermutlich auch von Brüssel verwendet wurde.

Die Durchsuchung dauerte am Freitag weiter an. Die Behörden versuchten ausserdem, mögliche Komplizen des 34-Jährigen zu identifizieren, der 1982 in Courbevoie nahe Paris geboren wurde.

Cazenvue betonte am Donnerstagabend, es gebe «kein greifbares Element» für eine Verbindung dieses Plans mit «den Attentaten von Paris und Brüssel» vom 13. November und 22. März.

Allerdings gibt es Verbindungen zwischen Kriket und einem der mutmasslichen Drahtzieher der Pariser Anschläge mit 130 Toten, dem belgisch-marokkanischen Islamisten Abaaoud. Beide wurden im vergangenen Juli in Brüssel wegen Mitgliedschaft in einer Dschihadistenzelle in Abwesenheit zu langen Haftstrafen verurteilt.

Der Franzose soll eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Islamistenzelle gespielt haben, die Dschihadisten nach Syrien schleuste. Das Geld soll er bei Raubüberfällen erbeutet haben. 2014 wurde gegen den in der Vergangenheit in Frankreich mehrfach verurteilten Kriket ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Damals lebte er im Brüsseler Stadtteil Ixelles.

Geführt wurde die Zelle von dem Islamisten Khalid Zerkani. Die belgischen Behörden bezeichnen ihn als den «grössten Anwerber von Kandidaten für den Dschihad, den es jemals in Belgien gegeben hat». Unter anderem schleuste die Zelle Abaaoud und einen weiteren der späteren Pariser Attentäter, Chakib Akrouh, nach Syrien.

Bei dem Prozess wurden im Juli 2015 in Brüssel insgesamt 28 Verdächtige verurteilt. Kriket wurde in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt, Abaaoud zu 20 Jahren. Der Dschihadist wurde am 18. November, fünf Tage nach den Anschlägen von Paris, bei einem Polizeieinsatz in einer Wohnung in Saint-Denis erschossen. Chakib Akrouh, der sich dort zusammen mit ihm versteckt hielt, sprengte sich in die Luft.

Cazeneuve betonte, Anti-Terror-Ermittler hätten seit Anfang des Jahres bereits 75 Personen in Frankreich im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten festgenommen. Gegen 37 seien Anklageverfahren eingeleitet worden.

In Brüssel waren am Dienstag bei Bombenanschlägen am Flughafen und in der U-Bahn-Station Maelbeek mindestens 31 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden. Die Attentäter sollen Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris und Saint-Denis gehabt haben, bei denen im November 130 Menschen ermordet wurden.

In Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand, die Behörden warnen regelmässig vor einer hohen Bedrohung. (SDA)

Publiziert am 25.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: Er gab am Donnerstagabend eine «bedeutende» Festnahme bekannt. (Archivbild) KEYSTONE/EPA/OLIVIER HOSLET

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