Terrorismus - Belgien Fahndung nach Anschlagshelfern läuft - Marsch in Brüssel abgesagt

Brüssel/Rom – Nach den Bombenexplosionen in Brüssel und der Pariser Anschlagserie vom November fahnden die Sicherheitsbehörden weiter nach mehreren mutmasslichen Terrorhelfern. Mindestens acht Verdächtige sollen sich in Syrien aufhalten oder in Europa auf der Flucht sein.

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Die meisten davon seien Franzosen und Belgier, berichtete die deutsche Zeitung «Welt am Sonntag» unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach zählen die gesuchten Islamisten zu den Kontaktpersonen des mutmasslichen Drahtziehers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, und des in Belgien gefassten Terrorhelfers Salah Abdeslam.

Nach Ermittlungsergebnissen aus Frankreich und Belgien soll der mutmassliche Kopf der europäischen IS-Terrorzellen der Algerier Mohamed Belkaid gewesen sein, der bei einem Polizeieinsatz in Belgien erschossen wurde. Er soll gemeinsam mit Najim Laachraoui, einem Bombenbauer und späteren Brüssel-Attentäter, die Terrorkommandos bei den Pariser Attentaten von Belgien aus per Telefon angeleitet und koordiniert haben.

Laut der belgischen Zeitung «Le Soir» ist der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen längst gefasst. Der in der Nacht zum Freitag festgenommene Fayçal C. sei von jenem Taxifahrer identifiziert worden, der das Terrorkommando zum Flughafen brachte. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Wie der Sender RTBF berichtete, wird noch auf das Ergebnis einer DNA-Analyse gewartet. Gegen Fayçal C. wurde Haftbefehl erlassen wegen Beteiligung an terroristischen Morden. Waffen oder Sprengstoff waren bei ihm nicht gefunden worden.

Nach den Razzien in Brüssel vom Donnerstag und Freitag sitzen weiterhin mehrere Verdächtige im Gefängnis. Neben Fayçal C. wurden gegen zwei weitere Verdächtige, die am Freitag bei Razzien festgenommen worden waren, Haftbefehle wegen der Beteiligung an terroristischen Aktivitäten erlassen.

Zu den Anschlägen in Brüssel und Paris hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. In der französischen Hauptstadt wurden am 13. November 130 Menschen getötet, in Brüssel rissen drei Selbstmordattentäter am 22. März 28 Menschen mit in den Tod.

Die Sicherheitslage in Belgien ist weiterhin angespannt. Ein für diesen Sonntag geplanter «Marsch gegen die Angst» in Brüssel wurde abgesagt, da die Polizei mit laufenden Ermittlungen ausgelastet ist.

In Italien wurde derweil ein in Belgien gesuchter Algerier mit mutmasslichen Verbindungen zu den Verantwortlichen der Terroranschläge von Brüssel und Paris festgenommen. Der Mann gehöre zu einer Bande von Passfälschern, die mit den Attentätern in Verbindung gestanden habe, teilte die italienische Polizei am Samstagabend auf Twitter mit. Neben Abdeslam sollen jeweils mindestens einer der Attentäter von Brüssel und Paris von der Bande gefälschte Papiere genutzt haben. (SDA)

Publiziert am 27.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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