Terroranschläge in Burkina Faso: Ex-Post-Chef Jean-Noël Rey (†66) unter den Opfern

Der frühere Schweizer Post-Direktor Jean-Noël Rey und der ehemalige Walliser Kantonsparlamentarier Georgie Lamon sind unter den 29 Todesopfern der Terroranschläge auf ein Restaurant und ein Luxushotel in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Sie befanden sich in Burkina Faso, um die Kantine einer Schule einzuweihen.

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Bei einem Angriff auf das 4-Sterne-Hotel «Splendid» und das gegenüberliegende Restaurant «Cappuccino» in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou haben Al-Kaida-Terroristen heute nach neusten Angaben 29 Menschen getötet, so Innenminister Simon Compaoré.

Wie das  Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt, sind darunter auch zwei Schweizer. Aussenminister Didier Burkhalter verurteilte die Anschläge aufs Schärfste und sprach den Angehörigen der Opfer sein tiefes Beileid aus, wie das EDA am Samstagabend weiter mitteilte.

«Wir verurteilen diesen terroristischen Akt aufs Schärfste. Gleichzeitig geht unser Dank an die Staaten, die zur Beendigung dieser Gewalttaten beigetragen haben. Wir verlangen, dass alles unternommen wird, um die Urheber dieser Attentate zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Unsere Gedanken sind in diesem Moment bei den Familien und Angehörigen der Opfer», wurde Burkhalter zitiert.

Bei den Schweizer Opfern handelt sich um den einstigen Schweizer-Post-Direktor Jean-Noël Rey und den früheren Walliser Kantonsparlamentarier Georgie Lamon. Die beiden waren in Burkina Faso, um die Kantine einer Schule einzuweihen. Die Schule, deren Kantine die zwei Walliser Persönlichkeiten einweihten, wurde von der Organisation Yelen finanziert, die von Georgie Lamon gegründet worden war.

Jean-Noël Rey kam heute in Burkina Faso ums Leben. play

Jean-Noël Rey kam heute in Burkina Faso ums Leben.

Keystone

Zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse befanden sie sich im Restaurant «Cappuccino». Sie trafen sich dort um auf die Verabredung mit Freunden zum Abendessen zu warten.

«Es ist tragisch. Sie hatten viel für dieses Land getan», sagte David Bagnoud, Gemeindepräsident von Lens VS sowie Neffe von Lamon. Er bestätigte eine Information, die auf der Website der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» veröffentlicht wurde.

Jean-Noël Rey war verheiratet und hinterlässt zwei Kinder. Er wurde 1990 zum Generaldirektor Postdepartement PTT ernannt und der letzte als Beamte anstellte Generaldirektor der Post. Er war bis 1998 deren Chef. Seit 2013 war er Verwaltungsratspräsident der Handelskammer Schweiz-Frankreich.

Bei dem Angriff in der Hauptstadt des westafrikanischen Landes wurden zudem rund 30 Menschen verletzt. Wie der Innenminister weiter mitteilte, wurden 176 Menschen gerettet. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelte es sich bei den meisten Todesopfern um Weisse. Laut BBC stammen die Toten aus 18 verschiedenen Ländern. Das Hotel «Splendid» sei bei Mitarbeitern der UNO und Ausländern beliebt gewesen. Zudem seien demnach mindestens fünf Burkiner unter den Toten. 

Das französische Aussenministerium teilte mit, dass zwei Franzosen unter den Todesopfern im Restaurant seien. Compaoré zufolge wurden die Leichen von drei Angreifern identifiziert. Alle seien Männer. Sie seien «sehr jung» gewesen, «höchstens 26 Jahre alt». 

Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheissen, es seien mindestens vier Terroristen an dem Angriff beteiligt gewesen, darunter zwei Frauen. Laut dem burkinischen Innenminister waren die Angreifer in Fahrzeugen gekommen, die im Nachbarland Niger registriert sind.

Ausser dem Restaurant «Cappuccino» hatten die Terroristen am Freitagabend das schräg gegenüber liegende Hotel «Splendid» angegriffen. Am Samstagmorgen beendeten Sicherheitskräfte den Angriff nach zwölf Stunden gewaltsam. 

Am Freitag wurde zudem in Baraboulé im Norden von Burkina Faso ein australische Ehepaar von mutmasslichen Dschihadisten entführt. Der Arzt und seine Ehefrau leben nach Angaben eines Bewohners seit 1972 in der Stadt Djibo am Rande der Sahelzone. (SDA/lex/any)

Publiziert am 16.01.2016 | Aktualisiert am 18.01.2016
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Überlebende nach Terror in Burkina Faso «Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet»

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13 Kommentare
  • Simon P.  Wegert aus Bern
    17.01.2016
    Die Schweiz und sämtliche EU-Staaten sollten jegliche Finanzhilfen für islamische Länder streichen und die Finanzströme komplett austrocknen. Diese Länder muss man zwingen, den Terror im eigenen Land auszutrocknen und jegliche Form der Zusammenarbeit müssen davon abhängig gemaht werden. Wir hofieren diese Schurkenstaaten mit unserem Steuergeldern und bekommen als Gegenleistung unsere Bürger zerstückelt in Fetzen zurück. Das ist ein Hohn.
  • Albert  Knoll 17.01.2016
    Das hätte genau so gut in Pragg-Jenaz stattfinden können. Vor den extremistischen Muselmanen ist man nirgends sicher.
  • Roland  Truog 17.01.2016
    Es ist tragisch für jeden der so sein Leben lassen muss, aber trotzdem: na und? Wäre es auch einen Artikel wert, wenn dass zum Beispiel ich wär? Aber nein, es wre ja nicht so reisserisch zu verkaufen. Lieber Journalisten, ob Promi oder Obdachlos, reich oder arm, Greis oder Kind, es ist IMMER tragisch und nicht "nur" wenn es ein Mensch war, der im Leben etwas mehr Glück hatte als der Bettler auf der Strasse. Dieser würde sicher auch mehr tun, wenn er nur könnte. Sprich: Das nötige Kleingeld hätte
  • harriet  bingham aus St. Moritz
    17.01.2016
    So ein Zufall aber auch. Nach dem Staatsstreich in Burkina Faso mit indirekter Beteiligung von US-Streitkräften im letzten September , gibts da nun Terror. Wer haette das gedacht. Wo doch sonst weltweit Friede und Demokratie herrschen wenn die sich einmischen. Das ist ja mal eine ganz ueberraschende Entwicklung.
  • Eric  Pudles , via Facebook 17.01.2016
    @L.S.S. Natürlich muss man heute mehr aufpassen. Das beginnt schon mit der Wahl der Reiselandes. Aber man darf nicht in Panik geraten. Es sind gerade Ansichten und Kommentare wie Ihrer, der den Leuten von IS Freude bereiten. Ihr Ziel ist es die Welt zu destabilisieren und je mehr Angst wir zeigen und uns nicht mehr einer von UNS bestimmten Lebensweise durchsetzen umso mehr werden sie angreifen und ihre für sie erachteten Erfolge feiern.