Terror in Brüssel: Diese Menschen werden immer noch vermisst!

Nach den Anschlägen von Brüssel bangen Angehörige und Freunde noch immer um ihre Liebsten. Denn noch sind nicht alle 31 Toten identifiziert.

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Die ganze Netzgemeinschaft hilft mit, die Vermissten von Brüssel zu finden. Screenshot Facebook

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31 Personen wurden bei den Attentaten in Brüssel getötet, mindestens 300 wurden verletzt, bis jetzt sind noch nicht alle Todesopfer identifiziert, unerträglich für die Angehörigen. Der Schock in Brüssel sitzt tief, auch wenn einige versuchen, wieder Normalität in den Alltag zu bringen.

Eltern, Freunde und Partner von Vermissten wollen nur eines: Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten. Es ist die quälende Ungewissheit, ob sie noch am Leben sind, denn noch immer suchen Angehörige verzweifelt nach ihnen. Über Facebook, Twitter und Flugblätter wird alles unternommen, um die vermissten Personen der Brüssler Attentate doch noch zu finden.

David Dixon (51) aus Grossbritannien 

Er lebt mit seiner Partnerin Charlotte Sutcliffe bereits seit zehn Jahren in Brüssel, gemeinsam haben sie einen siebenjährigen Sohn. Dixon befand sich am Dienstag mit der Metro auf dem Weg zur Arbeit, dort ist er aber nie angekommen. Wie seine Frau gegenüber «BBC News» sagte, fuhr sie bereits alle Spitäler in Brüssel ab, um ihren Mann zu finden.

Sein Sohn (7) wartet derweil bei Freunden der Familie und weiss noch gar nicht, dass sein Vater vermisst wird. Marie, die Schwester von Sutcliffe, fliegt nun ebenfalls nach Brüssel, um bei der Suche zu helfen: «Es wurde noch nicht jeder unter den Verletzten identifiziert, man wartet nur darauf, ihn endlich zu finden. Es ist beunruhigend und zerreisst einem das Herz».

Sabrina Fazal (24) aus Belgien

Auch sie befand sich während der Attentate in der Metro. Freunde der Studentin und Krankenpflegerin haben danach vergeblich versucht, sie zu erreichen. Heyden, ihr einjähriger Sohn, wartet zurzeit bei seiner Grossmutter, während Fazals Partner, Jonathan Selemani, zusammen mit einem Freund nach ihr sucht.

Ihr Telefon wurde nahe der Metrostation Maelbeek gefunden, wo die Bombe hochging. Ihre Freunde sind aber noch voller Hoffnung, denn «das Telefon wurde ausserhalb der Station gefunden, vielleicht ist sie nur verletzt», sagte ihr Partner zu «BBC News».

Sascha and Alexander Pinczowski aus den USA

Die Geschwister wollten gerade von Brüssel nach New York reisen, als sie am Flughafen Zaventem eincheckten und die erste Bombe hochging. Sie telefonierten noch mit ihrem Vater, als die Verbindung plötzlich abbrach. Die Familie hörte seit diesem Zeitpunkt nichts mehr von den Geschwistern. Das Bild der beiden macht derweil überall in den sozialen Medien die Runde. «Das Warten ist wirklich, wirklich schwer», sagte Mark Lewis, ein guter Freund von Alexander, gestern Mittag zu people.com, «es ist ein absoluter Albtraum». Alexanders Freundin meldet über Twitter: «Bitte helft, meinen Freund und seine Schwester zu finden.»

Raghavendran Ganesan aus Indien

Wie seine Firma bestätigte, wird der IT-Fachmann Raghavendran Ganesan seit den Attacken auf Brüssel ebenfalls vermisst. Wie sein Bruder zur «BBC» sagte, haben sie wie üblich auch an diesem Dienstagmorgen noch miteinander telefoniert: «Wir telefonieren immer, wenn er bei der Park Station ist. Ich habe um 8.55 Uhr zuletzt mit ihm gesprochen. Seine Freunde haben jedes Spital in der Stadt nach ihm abgesucht, konnten ihn aber nicht finden. Wir sind weiterhin voller Hoffnung, wir stehen in Kontakt mit der Indischen Botschaft.» Die Familie von Raghavendran ist in Mumbai.

Aline Bastin (29) aus Belgien

Auch die Angehörigen von Aline Bastin (29) haben noch immer keine Gewissheit, wie es ihrer Freundin und Tochter geht. Seit der Explosion in der Metrostation wird sie vermisst.

Eine Freundin von Aline postete ein Bild von Ihr auf Facebook. Minütlich werden neue Hinweise in die Kommentarzeilen geschrieben, auch die Tante von Aline, Marie Henderson, meldete sich über diesen Post. «Ich bin die Tante. Wir sind verzweifelt, ihre Eltern sind zerschlagen, wie man sich natürlich vorstellen kann! Vielen Dank für eure Mithilfe, eure Information sind sehr wertvoll. Wir machen alle weiter und beten, beten!» In einem zweiten Post schrieb sie, dass sie in den USA lebe und überhaupt nicht wisse, was sie tun soll.

Das ganze Internet hilft mit

Die Liste der Vermissten bricht kaum ab. Unter anderem wird auch Andre Adam vermisst, er war mit seiner Frau am Flughafen. Sie wurde nach der Explosion verletzt ins Krankenhaus gebracht. Von ihrem Mann fehlt noch jede Spur. Stephanie und Justin Shults, ein Paar aus den USA, wollten wieder einmal in ihre Heimat reisen und befanden sich darum am Flughafen. Die beiden leben seit Längerem in Brüssel und werden nun ebenfalls gesucht. Auch Loubna Lafquiri ist unauffindbar, sie soll sich in der U-Bahn aufgehalten haben. Wie Lafquiri war auch Fabienne Vansteenkiste zur falschen Zeit am falschen Ort. Seit den Explosionen am Flughafen ist sie verschwunden. Auch eine Deutsche aus Aachen soll noch nicht wieder aufgetaucht sein.

Die Webseite «IBTimes UK» führt eine Liste aller Verletzten, Vermissten und Toten. Dort sind bis jetzt elft Verletzte, 16 Vermisste sowie drei Namen von identifizierten Toten aufgelistet.

Im Internet widmen sich mittlerweile unzählige Freiwillige der Suche nach den vermissten Personen. So gibt es auf Facebook ein öffentliches Album, in welchem alle spurlos verschwundenen Personen aufgeführt werden können. Auch der Twitteraccount @rechercheBXL postet alle paar Stunden die Bilder aller Vermissten – mit der Hoffnung, dass sie noch lebend gefunden werden. (lz)

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 24.03.2016
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Terror-Wohnung in Schaerbeek Hier lebten die Brüssel-Attentäter

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