Tausende Pilgern zum «Gott-Kind»

  • Publiziert: 12.08.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

KATHMANDU – Eine Frau in Nepal bringt unter grössten Schmerzen ihr Kind zur Welt. Dann der Schock: Es hat vier Arme und vier Beine.

Für Januk Ghimire ist der sechs Monate alte Risab einfach ihr Sohn. Für Tausende Nepalesen aber die Reinkarnation des Gottes Ganesh. Nicht ohne Grund: Das Kind hat – wie die Gottheit – vier Arme, vier Beine aber nur einen Kopf. Der kleine Risab ist mit seinem Zwilling verwachsen.

«Manche Leute sagen, dass er wie ein Gott aussieht. Sie huldigen ihm, bringen Geld und Esswaren», sagt sein Vater Rikhi gemäss «The Guardian». «Andere sagen, dass er aussieht wie ein Affe oder das Kind einer Hexe sei.» Vor solchen Reaktionen habe sie sich am meisten gefürchtet, sagt die Mutter. Aber ihr Mann stehe ihr zum Glück bei.

Fünf Tage heftige Schmerzen

Sie habe das Kind bei der Arbeit auf dem Feld zur Welt gebracht, erklärt Januk Ghimire. «Ich hatte fünf Tage heftige Schmerzen, bis das Kind endlich kam. Nur meine Mutter war dabei.» Es sei sehr schwierig, für das Kind zu sorgen. Einfachste Tätigkeiten, wie Risab ins Bett zu bringen, ihn zu baden oder einzuölen seien umständlich.

Vater Rikhi hatte seinen ungewöhnlichen Sohn in ein Spital in Kathmandu gebracht. Dort habe man ihm erklärt, dass man das Kind sechs Monate überwachen wolle. Aber da er es sich nicht erlauben könne, so lange in der Stadt zu bleiben, habe er das Kind wieder mitgenommen.

Operation zu teuer

Rikhi möchte zwar seinen Sohn operieren lassen, doch er könne es sich nicht einmal leisten, ihn ins Ausland zu bringen, um sich dort beraten zu lassen. «Er benötigt nicht irgendeine Routineoperation. Was Risab benötigt, ist ein Spezialist», sagt er. (gca)

play Der kleine Risab ist mit seinem Zwilling verwachsen. (zvg)

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