Tausende auf der Flucht

  • Aktualisiert am 03.01.2012

KISMAYO (Somalia) – Heftige Kämpfe im Süden von Somalia haben mehrere tausend Menschen in die Flucht getrieben. Augenzeugen berichteten von schweren Gefechten nördlich der Stadt Kismayo, über der äthiopische MiGs kreisen.

«Ich weiss nicht, wo wir hin sollen», sagte eine Mutter von drei Kindern. «Wir haben Angst, weil wir die Kämpfe hören können.» Der Süden Somalias ist wegen der fruchtbaren Böden dicht besiedelt. Zahllose Flüchtlinge zogen mit Decken, Nahrungsmitteln und Wasser nach Süden in Richtung Kenia.

In Mogadischu sagte Ministerpräsident Ali Mohamed Gedi, er habe mit dem US-Botschafter in Kenia über eine Schliessung der kenianisch-somalischen Grenze gesprochen. So solle die Flucht von drei Männern verhindert werden, die für die Terroranschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania von 1998 verantwortlich seien. «Wir wissen, dass sie in Kismayo sind», sagte der somalische Regierungschef.

Dort haben sich schätzungsweise 3000 islamische Kämpfer verschanzt. Ihre Miliz, die «Union der islamischen Gerichte», hatte sich am Donnerstag aus der Hauptstadt Mogadischu zurückgezogen. Aus der Umgebung von Kismayo wurden am Sonntag heftige Kämpfe gemeldet. Ein Schwerpunkt war das Dorf Helashid, 18 Kilometer nordwestlich der Stadt Jilib, die als strategisch wichtiger Zugangspunkt für Kismayo gilt.

Unterstützung erhielten die Islamisten vom Terrornetzwerk Al Kaida. Deren stellvertretender Führer Ajman al Sawahri rief in einer Tonbandbotschaft die Muslime in aller Welt dazu auf, den Kampf gegen die «Ungläubigen und Kreuzritter» in Somalia fortzuführen. Äthiopien, das die Regierungstruppen unterstützt, ist ein überwiegend christliches Land.

Truppen der somalischen Übergangsregierung: Sie werden von Äthiopien unterstützt und wollen die islamischen Fundamentalisten in der Stadt Kismayo schlagen.- AP

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