Taser tötet Passagier

  • Aktualisiert am 02.01.2012

VANCOUVER – Mit Elektroschock gegen renitente Flugpassagiere? In Kanada eine gängige Methode. Die bereits 16 Mal tödlich endete. Gehört die Waffe verboten? Was meinen Sie?

Der Passagier war gerade in Vancouver gelandet: Er war sichtlich aufgebracht. Der Mann hämmerte gegen Fensterscheiben, schmiss Stühle umher, kippte seinen Gepäckrolli um. Der Sicherheitsdienst des Flughafens schritt ein. Und wollte den Wüterich mit Elektroschocks ausser Gefecht setzen.

Sie attackierten den Mann zweimal mit dem Taser. Der Täter fiel in Ohnmacht und starb kurz darauf in der Ankunftshalle des Flughafens, wie die kanadische Zeitung «Globe and Mail» berichtet.

Bisher machten die Behörden keine weiteren Angaben zur Identität des Opfers. Obwohl er einen Pass auf sich trug, wollen die Behörden weder Namen noch Nationalität bekannt geben.

Der Flugpassagier, wahrscheinlich ein Osteuropäer mittleren Alters, ist der Zeitung zufolge das 16. Todesopfer in Kanada, nachdem die Polizei das umstrittene Schockgerät eingesetzt hatte. Alle Opfer seien zwischen 28 und 44 Jahren alt gewesen.

In ganz Nordamerika kamen seit 2003 knapp 300 Menschen durch das Gerät ums Leben, zitierte das Blatt den Anwalt Cameron Ward aus Vancouver. Er nahm den jüngsten Todesfall zum Anlass, ein Verbot der Elektroschocker zu fordern.

Taser, wie die Elektroschocker nach deren Hersteller genannt werden, sind auch bei Schweizer Polizisten im Einsatz. Erst am 3. Oktober 2007 hat der Nationalrat den Verzicht auf die Elektroschockwaffe abgelehnt.

Aber ist der Einsatz von Tasern nach den Todesfällen noch zu verantworten? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns. (SDA/zum)

Ein britischer Polizist demonstriert den Taser. Ist die Waffe zu gefährlich?- Keystone

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