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Zum Auftakt der zweiten Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist es heute zu zahlreichen gewaltsamen Zwischenfällen im Land gekommen. Mit Gewalt wollen die radikal-islamischen Taliban die Menschen davon abhalten zu wählen.
Im nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus schlug eine Rakete in einem Wahllokal ein. Eine zweite Rakete sei hinter der Schule detoniert, die als Wahllokal genutzt wird, sagte der Sprecher des Provinz-Gouverneurs, Mahbubullah Sayedi. Niemand sei verletzt worden. Ein dpa-Reporter berichtete dagegen, er habe ein verwundetes Kind gesehen.
Aus Sicherheitskreisen in Lashkar Gar hiess es, in der Hauptstadt der südafghanischen Provinz Helmand seien zwei Menschen beim Einschlag einer Rakete verletzt worden. Der Gouverneur von Helmands Nachbarprovinz Kandahar, Turyalai Wesa, bestätigte bei seiner Stimmabgabe einen Raketenangriff in Kandahar, bei dem es aber keine Opfer gegeben habe.
Aus Geheimdienstkreisen hiess es, in der Provinz Baghlan sei ein Distrikt-Polizeichef bei einem Angriff der Taliban getötet worden.
Zwei Selbstmordattentäter geschnappt
In der an Kundus angrenzenden Provinz Takhar teilt die Polizei mit, zwei Selbstmordattentäter seien festgenommen worden, als sie versucht hätten, in ein Wahllokal einzudringen. In der Nähe des Polizei-Hauptquartiers sei ein Sprengsatz detoniert, der eine Wand zum Einsturz gebracht habe. Opfer habe es nicht gegeben.
Unbestätigten Angaben zufolge kam es auch in weiteren Provinzen zu gewaltsamen Zwischenfällen. Aus Angst vor einer niedrigen Wahlbeteiligung hat die Regierung die Medien aufgefordert, am Wahltag nicht über Angriffe and Anschläge zu berichten.
Amtsinhaber Hamid Karsai ruft seine Landleute auf, aktiv zu werden und sich nicht einschüchtern zu lassen. «Ich fordere die Afghanen auf, aus den Häusern zu kommen und zu wählen, damit Afghanistan durch ihre Stimme sicherer und friedlicher wird.»
Die Taliban teilen in einer E-Mail mit, ihre Kämpfer hätten 16 Wahllokale im Land angegriffen. Darüber hinaus hätten sie zum Wahlboykott aufgerufen und Wähler bedroht. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es zurzeit nicht. (SDA/s5j)