Fall Kachelmann Tagebuch von Ex-Freundin Petra

  • Publiziert: 02.08.2010, Aktualisiert: 02.01.2012

SCHWETZINGEN - Hass, Angst und Zweifel: Auf ihrem Laptop soll Petra* (37) ihre Gedanken nach der mutmasslichen Vergewaltigung durch Jörg Kachelmann festgehalten haben.

In der Nacht auf den 9. Februar soll ihr Geliebter Jörg Kachelmann sie vergewaltigt haben. Die Radiomoderatorin Petra geht darauf zur Polizei, zeigt ihren Ex-Freund an.

Sechs Tage nach der mutmasslichen Tat beginnt sie angeblich im Dokument «warum.doc» ihr Leid niederzuschreiben. Das Magazin «Focus» hat ausführlich Auszüge aus dem Tagebuch veröffentlicht, das auch den Fahndern vorliegen soll.

Das Leid auf dem Laptop

Sie dürfe ihren Freunden und Bekannten nichts von der Tat erzählen, sollen ihr die Beamten gesagt haben. Wenn Kachelmann von den Olympischen Spielen in Vancouver zurückkehre, werde er verhaftet, versprachen sie. Auf ihrem Laptop wollte sie offenbar ihr Leid von der Seele schreiben.

Petras Tagebuch beginnt laut dem Magazin am 16. Februar mit verzweifelten Fragen: Warum habe er das getan? Sie habe ihn doch so sehr geliebt! Jetzt fühle sie nichts mehr. Keine Trauer, keinen Schmerz, keinen Hass, sei sei nur leer.

Rachegedanken und Heulkrämpfe

Das mutmassliche Opfer denkt an Rache, zitiert «Focus» Petra. Am 22.2. hadert sie mit ihrem Schicksal: Andere Frauen bekämen einen Mann , der sie aufrichtig liebe. Und sie gerate an ihn. Ob es Gottes Strafe sei?

Von Heulkrämpfen berichtet Petra laut dem Magazin, von den Schwierigkeiten sich nichts anmerken zu lassen, wenn sie von ihren Kollegen auf Kachelmann angesprochen werde. Am 23. Februar habe sie ihn am TV gesehen – und dabei nichts gefühlt, stehe in ihrem Tagebuch.

Telefonat nach Kanada

Kachelmann müsse bestraft werden für den Mord an ihrer Seele, sei weine viel, versuche ihre Trauer mit Alkohol zu betäuben, steht in den «Focus»-Auszügen. Einmal habe Petra versucht, ihn anzurufen. Sei sei ihm ausgeliefert und habe die Kontrolle über ihr Leben verloren. Sie müsse ihren Alkoholkonsum reduzieren.

Er sei die Liebe ihres Lebens gewesen und jetzt wolle sie seinen Tod, steht laut dem Magazin im Eintrag vom 14.3.

Sechs Tage später, am 20. März, wird der Wettermoderator verhaftet. Kachelmann schmore im Knast. Dort gehöre er hin, schreibt sie tags darauf. Dann berichtet Petra, die Medien wüssten nun Bescheid. Der letzte Eintrag von Petra sei vom 26. März, schreibt «Focus». Darin schreibe sie, dass sie aus der Zeitung erfahren habe, dass Kachelmann eine andere geheiratet habe, während sie mit ihm zusammen war. Dann habe die Polizei den Laptop beschlagnahmt. (bih)

*Name geändert

play Petra W. darf erst am letzten Verhandlungstag aussagen. (ZVG)

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