Syrische Flüchtlinge fesselten Bombenbauer «Konnten nicht zulassen, dass er Deutsche tötet»

LEIPZIG - Der meistgesuchte Terrorist Deutschlands, Dschaber Al-Bakr, konnte dank mutigen Landsleuten geschnappt werden. Jetzt erklären sie ihre Beweggründe.

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Die sächsische Polizei konnte in der Nacht auf gestern konnte den mutmasslichen Bombenbastler Dschaber Al-Bakr (22) schnappen. Die Einsatzkräfte stürmten eine Wohnung in einem Leipziger Plattenbauviertel, in der sie den Gesuchten auf dem Sofa vorfanden – bereits gefesselt.

Von zwei Landsmännern überführt

Zwei seiner Landsmänner hatten Vorarbeit geleistet und den Terroristen der Polizei auf dem Silbertablett geliefert. Jetzt spricht der Syrer Mohamed A. (36), wie es zur heldenhaften Tat kam.

Nachdem der Terrorist am Samstagmorgen in Chemnitz einem Spezialeinsatzkommando der Polizei entkommen konnte, meldete sich Al-Bakr wenige Stunden später in einem Online-Netzwerk syrischer Flüchtlinge. Er sei am Leipziger Hauptbahnhof und suche eine Unterkunft. Wie er von Chemnitz nach Leipzig kam, ist bisher unklar.

Mohamed A. (36), vollkommen ahnungslos, bot dem landesweit Gesuchten Unterschlupf an. «Wir sind zum Bahnhof gefahren und haben ihn zu einem Freund gebracht. Dort hat der Terrorist übernachtet. », erzählt er der «Bild». Die beiden Syrer, welche nach eigenen Angaben vor der ISIS-Terrormiliz fliehen, nennen Al-Bakr nur «der Terrorist».

Ende der Flucht

«Uns hat er angegeben, dass er gerade aus Syrien angekommen sei und einen Job suche», erzählt A. Doch im Verlauf des Wochenendes stiessen er und sein Freund auf ein Fahndungsbild der Polizei – und erkennen Dschaber Al-Bakr. Ihre Vermutungen werden bestätigt, als die Polizei ein zweites Fahndungsbild mit arabischer Übersetzung auf Facebook hochlädt. Als sich der zugelaufene Terrorist am Sonntagabend wieder schlafen legt, fesseln sie ihn mit Verlängerungskabeln.

Chemnitz: Syrische Nachbarn halten Bombenbauer für Polizei fest play
Mohammed: «Ich bin Deutschland so dankbar, dass es uns aufgenommen hat. Wir konnten nicht zulassen, dass er Deutschen etwas antut!» zoomin.tv

Al-Bakr versuchte sich A. zufolge noch freizukaufen. «Er bot uns 1000 Euro und 200 Dollar an, wenn wir ihn freilassen. Die hatte er in einem Rucksack, zusammen mit einem Messer», erzählt der Syrer. Doch A. geht auf den Deal nicht ein. «Ich bin Deutschland so dankbar, dass es uns aufgenommen hat. Wir konnten nicht zulassen, dass er Deutschen etwas antut!» (ysi/SDA)

Publiziert am 11.10.2016 | Aktualisiert am 15.10.2016
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  • H.   Heller aus Zürich
    12.10.2016
    Und was geschieht nun mit diesen beiden Helden? Werden sie geschützt? Die vielen IS-Anhänger, die schon längst in Deutschland sind, werden blutige Rache nehmen. Schon mal daran gedacht? Die Polizei dankt für die "Auslieferung" des Verdächtigen und gibt dann noch ihre Namen, nur schlecht anonymisiert preis, sogar den Beruf des einen. Bedankt man sich so bei Leuten, die etwas für das Gemeinwohl tun?
  • Hans  Moser aus GÖRLITZ
    11.10.2016
    Dank diesen Syrern! Auch wenn die Geschichte sehr Dünn ist so haben sie doch richtig gehandelt! Zwar ist Al-Bakr zum Übernachten zu den zwei Syrern gegangen und dann übergaben sie ihn der Polizei! Also sie mussten ihn nicht fassen! Die Polizei hat gutes geleistet, natürlich konnten sie ihn nicht in seiner Wohnung überwältigen wegen des Sprengstoffes, deshalb entkam er zuerst!
  • George  Hertl 11.10.2016
    Meine Zweifel über den Wahrheitsinhalt dieser Geschichte, habe ich schon einmal hier versucht zu äussern. Leider hat der Beitrag keine Gnade gefunden. Also nochmal. Seit heute morgen konnte man mindestens 3 Versionen dieser Story lesen. Ich sehr gespannt auf die finale Ausgabe. Sonst sei heilig der, der das Ganze glaubt!
  • Peter  Franz 11.10.2016
    Wie schon bei denn letzten Anschlägen in den USA geben die Sicherheitsdienste eine schlechte Figur ab. Wie war es möglich, dass sich der Verdächtige der Verhaftung entziehen konnte, obwohl hunderte Beamte im Einsatz standen? Ständig erhalten die Dienste mehr Rechte und verbocken dann die Verhaftung oder gingen den Hinweisen des Vaters nicht nach (USA).
    • Bruno  Fehr aus Illnau
      11.10.2016
      @Peter Franz, entscheidend - neben dem Glück des Tüchtigen - ist das Know how der Einsatzkräfte, die gewählte Strategie und die Vorgehensweise. Gefragt sind Spezialfahnder mit viel Berufs- und Lebenserfahrung, und sicher nicht träge Hundertschaften der Polizei mit schweren Ausrüstungen. Das Problem liegt oft bei der Polizeiführung. Sie kann sich bei einem Misserfolg leichter rechtfertigen, wenn sie möglichst viele Kräfte im Einsatz hatte, als "nur" eine Spezialeinheit mit wenigen.
  • John  Fulton aus Lyss
    11.10.2016
    Tja, wissen sie was, ich glaube die Story nicht. Ähnliche Geschichten haben sich in der Vergangenheit als gescripted herausgestellt. Hier riecht es geradezu nach solcher PR. Es gibt extra Büros, die kreieren solches. Wenn es wahr ist, dann umso besser, aber eben.
    • Roland  Meier aus St.Gallen
      11.10.2016
      Bitte konkrete Beispiele für ähnliche Story die sich später als unwahr herausstellten und von Behörden verbreitet wurden.