BEIRUT - Nach der Trauerfeier für den ermordeten Geheimdienstchef kommt es zu Feuergefechten zwischen pro- und antisyrischen Kräften.
Der syrische Bürgerkrieg droht auf das Nachbarland Libanon überzugreifen. Gestern wurde der am Freitag bei einem Anschlag getötete Polizeigeheimdienstchef Wissam al-Hassan zu Grabe getragen. Heute lieferten sich prosyrische Milizen Feuergefechte mit Assad-Gegners.
Bei den folgenden Kämpfen zwischen Demonstranten und der Regierung wurde laut Polizeiangaben drei Menschen getötet. Unter den Toten war ein neunjähriges Mädchen.
Bei der Beisetzung von al-Hassan, der der antisyrischen Zukunftsbewegung im Libanon nahe stand, riefen tausende Menschen Parolen gegen Syriens Diktator Bashar al-Assad und gegen die schiitische Hisbollah, die das syrische Regime im Kampf gegen die Rebellen unterstützt.
In der nördlichen Hafenstadt Tripoli und in der Hauptstadt Beirut kam es am späten Abend zu heftigen Kämpfen zwischen den Unterstützern und Gegnern des Assad-Regimes. Artillerie und schwere Waffen wurden dort eingesetzt.
Hunderte wütender Demonstranten versuchten ausserdem, den Amtssitz von Ministerpräsident Nadschib Mikati zu stürmen. Die aufgebrachte Menge sieht die syrische Führung als Drahtzieher des Anschlags und wirft Mikati vor, die Tötung des Polizeigeheimdienstchefs zu decken. (SDA/whk)