Syrien Weisshelme beschuldigen Russland der Kriegsverbrechen in Syrien

New York – Hilfsorganisationen beschuldigen Russland der Kriegsverbrechen im syrischen Aleppo. Durch Luftangriffe russischer Kampfflugzeuge seien 1207 Zivilisten, darunter 380 Kinder ums Leben gekommen, hiess es in einem Brief der Weisshelme und anderer Bürgerrechtsgruppen.

Hilfsorganisationen: Russland begeht Kriegsverbrechen in Syrien play
Abtransport aus Aleppo: Die Rebellennahe Hilfsorganisation Weisshelme liefert der UNO einen Bericht über Kriegsverbrechen während der Belagerung der syrischen Stadt. KEYSTONE/AP SANA/UNCREDITED

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Das Schreiben ging an einen Untersuchungsausschuss der Vereinten Nationen, und konnte von der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag eingesehen werden. Demzufolge gab es zwischen Juli und Dezember in der Region Aleppo etwa 304 Angriffe, für die mit grosser Wahrscheinlichkeit Russland verantwortlich ist.

«Die Beweise deuten klar darauf hin, dass Russland Kriegsverbrechen in Syrien begangen hat oder daran beteiligt war», hiess es in dem 39-seitigen Schreiben. Die Angaben stützten sich auf Zeugenaussagen, Videomaterial, abgefangene Tonmitschnitte aus Cockpits der Kampfjets und der verwendeten Munition. Die russische UNO-Vertretung war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Am Donnerstag wurde nach monatelangen Gefechten und Bombardierungen mit der Evakuierung der letzten Rebellenenklave in Aleppo begonnen. Am frühen Abend verliess ein zweiter Konvoi die syrische Grossstadt in Richtung Westen. Nach Angaben des UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura sitzen in Aleppo noch rund 50'000 Menschen fest.

Die Hilfsorganisation Weisshelme leistet auf der Seite der Aufständischen humanitäre Hilfe für die Zivilisten. Russland unterstützt in dem Bürgerkrieg Staatschef Baschar al-Assad. Das Land hatte erklärt, seit Mitte Oktober keine Angriffe mehr auf Aleppo zu fliegen. (SDA)

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
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