Strassenschlacht in Ostdeutschland Neonazis und Flüchtlinge gehen aufeinander los

In Bautzen ist es zu einem Ausbruch der Gewalt zwischen Bewohnern einer Asylbewerberunterkunft und einer Gruppe mehrheitlich rechtsgerichteter Einwohner gekommen.

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Es kriselt. Menschen gehen aufeinander los. Immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen zwischen verschiedenen Gruppen auf deutschen Strassen. Seit Monaten.

Kurz vor 21 Uhr haben gestern in der Stadt Bautzen mehrere Bürger den Notruf der Polizei angerufen: In der Innenstadt sei eine Schlägerei im Gang.

Als die Polizei wenig später eintraf, fanden die Beamten etwa 80 Frauen und Männer – mehrheitlich aus der rechten Szene – vor, die etwa 20 jungen Asylbewerbern gegenüberstanden.

Zeugen berichteten den Beamten von Schlägereien und Beschimpfungen. Auslöser seien Asylsuchende gewesen. Der Bautzener Polizeichef bestätigte dies heute an einer Pressekonferenz. 

Was genau geschehen war, ist noch nicht restlos geklärt. Die Nachrichtenseite «mopo24.de» schreibt, ein Asylbewerber habe am Dienstagabend einen 32-Jährigen aus der Region mit einer Flasche verletzt. Die Polizei sucht Zeugen.

Beamte mit Flaschen beworfen

Als die Einsatzkräfte die beiden Gruppen gestern Nacht zu trennen versuchten, wurden auch sie angegriffen: «Aus der Gruppe der Asylbewerber wurden die Polizisten mit Flaschen, Holzlatten und anderen Gegenständen beworfen, worauf die Beamten Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock einsetzten», heisst es in einer Mitteilung.

Als die Flüchtlinge den Platz in der Innenstadt schliesslich verliessen, teilte sich die andere Gruppe auf und jagte die Asylbewerber auf verschiedenen Wegen.

Die jungen Männer verschiedener Nationalitäten flüchteten sich ins Asylbewerberheim. Die Polizisten versuchten, die Lage unter Kontrolle zu halten.

Anfahrt von Ambulanz verhindert

Als ein 18-jähriger Marokkaner wegen Schnittverletzungen mit einer Ambulanz ins Spital hätte gebracht werden sollen, versperrten einige Neonazis dem Fahrzeug die Anfahrt und bewarfen dieses mit Steinen.

Schliesslich musste eine zweite Ambulanz angefordert und mit Polizeischutz zum Asylbewerberheim geleitet werden, damit der Verletzte doch noch in ärztliche Obhut gebracht werden konnte.

Aufgrund der massiven Polizeipräsenz – etwa 100 Beamte waren aufgeboten – löste sich der Mob schliesslich auf. Um 2:30 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.

Bautzen war in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Im Februar hatten Schaulustige einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft zugesehen und die Löscharbeiten behindert. Im März war der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch in Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert. (noo/sda)

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 17.10.2016
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18 Kommentare
  • Thomas  Steinmann aus Binningen
    16.09.2016
    Das kommt davon wenn die Bevölkerung gegen ihren Willen Unmengen an Flüchtlingen aufnehmen muss. Was in D abgeht ist wirklich extrem und nun versucht man es auf die ganz billige Tour und kreidet die Verantwortung an Problemen und Zusammenstössen den vermeintlichen Rechtsextremen an. Diese gibt es zwar aber mittlerweile ist auch die Bevölkerung äusserst aufgebracht und nicht mehr bereit die Willkommenskultur der Kanzlerin auf ihrem Rücken und zu Ihren Lasten auszutragen.
  • Urs  Martin 15.09.2016
    Ich habe Zweifel, ob es wirklich nur Neo-Nazis waren, welche auf die Strasse gingen. Macht sich zwar gut als Sündenbock Schlagzeile in der Presse, wird jedoch der Wirklichkeit immer weniger gerecht. Die Zahl derer nimmt laufend zu, welche auf jugendliche Kulturbereicherer aus mittelalterlichen Strukturen noch so gerne verzichten.Solche Ereignisse werden zunehmen und die Ordnungskräfte an ihre Grenzen bringen. Bald will keiner mehr seinen Kopf für eine vollkommen verfehlte Politik hinhalten.
  • Peter  Muster aus Koppigen
    15.09.2016
    Dieser vorfall ist wirklich tragisch und destruktiv. Allerdings wird es zwangsläufig dazu führen, wenn über 70 Prozent der bürger mit der "Asylpolitik" oder besser gesagt laisse-faire führungsstil(kein Führungsstil) von m erkel nicht einverstanden sind. Gerade diese woche wurde m erkel von seehofer aufgefordert eine obergrenze einzuführen. Und völlig lernresistent hat sie es verworfen und gesagt dies sei keine option. Was muss noch alles geschehen mit dem armen deutschen volk das man aufwacht?
  • Harry  Kant , via Facebook 15.09.2016
    Hat aber lange gedauert... Das war noch nicht mal der Anfang... Aber interessant ist schon dass die netten Gäste und nicht die Rechten angegriffen haben!
  • Klaus  Müller 15.09.2016
    Wenn Palästinenser keine jüdischen Siedler auf ihrem Boden haben wollen, dann ist das politisch in Ordnung. Wenn aber Europäer keine Einwanderung von Fremden wünschen, dann werden daraus Neonazis. Dabei tragen beides Mal die Regierenden die Verantwortung: Politik gegen den Volkswillen ist verantwortungslos und befeuert Konflikte. Einer Demokratie stünde es nicht schlecht zu Gesicht die Menschen zu fragen, ob sie das überhaupt wollen.