Mit Anlauf! Stier hechtet auf Zuschauertribüne

  • Publiziert: 19.08.2010, Aktualisiert: 20.01.2012

MADRID - Er scharrte mit den Hufen, nahm Anlauf und machte einen gewaltigen Satz auf die Zuschauertribüne. Dort löste der wild gewordene Stier Panik aus und sorgte für 30 Verletzte.

Stierkampf in der Arena von Tafalla in der Region Navarra. Doch diesmal war alles anders: Der 500-Kilo-Bulle «Quesero» (der Käsige) nahm Anlauf, machte einen gewaltigen Satz, sprang über die Absperrung – und auf die voll besetzte Tribüne der Arena.

3500 Menschen in Panik

In Panik rannten die Besucher auseinander. Viele der 3500 Besucher kletterten über die Barriere in die Arena. Mindestens 30 Menschen wurden verletzt, wie «BBC» berichtet.

Ein 10-jähriger Bub erlitt Verletzungen im Bauchbereich. Er wurde von den flüchtenden Zuschauern in seinen Sitz gedrückt. Ein 47-jähriger Zuschauer wurde durch einen Hornstoss des Tieres schwer verletzt. Die übrigen Blessuren fielen harmlos aus. Bei keinem Verletzten bestand Lebensgefahr.

Dolchstoss für «Quesero»

Ein Ex-Torero unter den Zuschauern machte sich daran, den Stier zu bändigen. Beherzte junge Männer sprangen ihm bei. Sie überwältigen das Tier und fesselten es mit einem Seil. «Quesero» musste seinen Sturmlauf über die Ränge mit dem Leben bezahlen. Er bekam einen Dolchstoss in den Nacken versetzt.

Er bezahlte seinen Ausflug mit dem Leben.

Das Tier hätte gerade aus der Arena gebracht werden sollen, als es zu seinem Ausflug startete.

Einmal in einer Million Kämpfen

Nach Angaben von Experten ist es äusserst ungewöhnlich, dass ein Kampfstier aus der Arena in die Publikumsränge springt.

«So etwas passiert ein Mal bei einer Million Stierkämpfen», sagte der Rinderzüchter Jesús Macua der Zeitung «Diario de Navarra». «Da kann man niemandem die Schuld geben.»

Paradoxerweise hatte der Stier an dem angesetzten Stierkampf gar nicht teilnehmen sollen. Die Tierärzte hatten ihn als «untauglich» zurückgewiesen. Gerade als er aus der Arena abtransportiert werden solle, setzte er zu seinem Sprung auf die Ränge an – als wollte er die Mediziner eines Besseren belehren. (gux/jes)

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