Nestlé am Pranger Sterben wegen KitKat Orang-Utans?

  • Aktualisiert am 19.01.2012

VEVEY – Der Vorwurf gegen den Lebensmittel-Multi Nestlé ist schwer: Weil Nestlé Palmöl aus Indonesien kauft, wird der Lebensraum von Orang-Utans zerstört. Greenpeace lancierte heute eine weltweite Kampagne.

KitKat, der süsse Schokoladen-Riegel, erhält einen bitteren Beigeschmack. Das Palmöl, das darin enthalten ist, stammt laut Greenpeace vom umstrittenen indonesischen Hersteller Sinar Mas. Für die Herstellung des Palmöls wird der indonesische Urwald gerodet – und damit dem Orang-Utan seine Lebensgrundlage genommen.

Ausserdem verletze Sinar Mas internationale Standards und sei an Landkonflikten beteiligt, schreibt Greenpeace. Bei dem verwendeten Palmöl geht es nicht um Peanuts: Nestlé habe seinen Bedarf an Palmöl in den letzten drei Jahren auf 320‘000 Tonnen verdoppelt.

Unilever und Kraft hätten die Zusammenarbeit mit Sinar Mas bereits gestoppt, so Greenpeace. Nur Nestlé weigere sich, auf diese Rohstoffe zu verzichten.
«Nestlé muss den Menschenaffen eine Pause geben und künftig auf Palmöl von Lieferanten verzichten, die nachweislich den Urwald zerstören», sagt Daniela Montalto von Greenpeace International.

Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe. Gegenüber Blick.ch sagt eine Nestlé-Sprecherin: «Wir haben vor kurzem bekannt gegeben, spätestens ab 2015 nur noch zertifiziertes, nachhaltig angebautes Palmöl zu verwenden, unter der Voraussetzung, dass ausreichende Mengen zur Verfügung stehen.»

Die Zusammenarbeit mit Sinar Mas habe man zwischenzeitlich beendet. Die Sprecherin weiter: «Ausserhalb von Indonesien bestand kein Lieferantenverhältnis für Palmöl mit dem Lieferanten Sinar Mas.» (num)

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