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Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hat seit 1974 den damaligen Theologieprofessor Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI. bespitzelt. Das geht aus der Stasi-Akte «Ratzinger» der Birthler-Behörde («Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR») hervor.
Die Zeitung «Bild am Sonntag» veröffentlichte – mit Billigung des Papstes – Auszüge aus den Papieren. Demnach suchte die Stasi unter anderem nach belastenden Dokumenten aus Ratzingers Jugend während des Dritten Reiches.
«Ratzinger wird im Vatikan als einer der schärfsten Gegner des Kommunismus betrachtet», notierte ein Stasi-Mitarbeiter, nachdem der Kardinal in die Glaubenskongregation berufen worden war.
Mindestens acht Spitzel der Auslandsspionage seien im Lauf der Zeit auf Ratzinger angesetzt worden, heisst es in dem Bericht weiter, nur zwei von ihnen seien identifiziert.
Ein inoffizieller Stasi-Mitarbeiter mit dem Decknamen «Birke» habe damals von Vorträgen des Theologieprofessors am Priesterseminar in Erfurt berichtet. Noch vor der Berufung Ratzingers in den Vatikan hatte die Stasi erkannt, welche herausragende Rolle dieser in der katholischen Kirche spielte. «Ratzinger gilt im Vatikan nach dem Papst und Staatssekretär Casaroli als derzeit einflussreichster Politiker und führender Ideologe», notierte ein Stasi-Spitzel in den 80er Jahren.
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Schon vor 30 Jahren ahnte die Stasi, welche Macht der damalige Theologieprofessor Ratzinger hatte. (Der als Papst Benedikt XVI. heute die Weltbischofssynode in Rom eröffnet hat.) (AP)