Staatsanwaltschaft prüft Freitod-Theorie: Wurde Kampusch-Entführer Priklopil ermordet?

Wolfgang Priklopil wurde nach der Flucht seiner Geisel Natascha Kampusch tot aufgefunden. Es schien sich um einen Selbstmord zu handeln. Oder war Priklopil bereits tot, als ihn ein Zug erfasste? Wurde seine Leiche aufs Gleis gelegt?

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Bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien ist eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Mordes an Wolfgang Priklopil eingegangen. Hat sich der Entführer von Natascha Kampusch doch nicht wie bisher geglaubt selber unter einen Zug geworfen? Wurde seine Leiche aufs Gleis gelegt?

Natascha Kampusch an der Première von «3096 Tage» in Wien play
Als Zehnjährige entführt: Natascha Kampusch. Keystone

Die Anzeige wurde von Karl Kröll eingereicht, dem Bruder von Franz Kröll, ehemaliger und inzwischen verstorbener Chef-Ermittler im Fall Kampusch. Laut Karl Kröll wurde nicht ausreichend untersucht, ob Priklopils Verletzungen tatsächlich wie vermutet allein durch den Zug verursacht worden waren. Dies berichtet die deutsche Nachrichtenseite «spiegel.de».

Hatte Priklopil einen Komplizen, der ihn aus dem Weg räumte und sich damit selber entlastete? Die Mord-Theorie wird von einer Augenzeugin gestützt, die seit dem Entführungstag am 2. März 1998 behauptet, sie habe gesehen, wie Kampusch von einer Person in einen weissen Lieferwagen gezogen worden sei. Eine weitere Person habe währenddessen hinter dem Steuer gesessen.

Am 23. August 2006 – mehr als acht Jahre nach der Entführung – gelang Kampusch die Flucht. Wenig später wurde die Leiche von Priklopil gefunden. Ermittler Franz Kröll hielt den Fall nie für aufgeklärt und setzte sich stets gegen eine Einstellung des Verfahrens ein. Im Sommer 2010 wurde der Ermittler mit einem Kopfschuss aus seiner Dienstwaffe auf seiner Terrasse aufgefunden. Angeblich soll es sich auch bei diesem Todesfall um einen Suizid gehandelt haben.

«Mir geht es nicht um Rache oder Rehabilitation vom Franz», sagt Karl Kröll. Der Bruder des toten Ermittlers begründet die Einreichung der Strafanzeige mit den Worten: «Wer nichts gegen einen Mordverdacht unternimmt, begünstigt Tatverdächtige. Dazu bin ich nicht bereit.» (noo)

Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 28.03.2016
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8 Kommentare
  • Urs  Lifart , via Facebook 26.02.2016
    Wenn es mehrere Täter / Vergewaltiger gab, müsste das Kampusch wissen. Wenn Frau Kampusch an einer lückenlosen Aufklärung interessiert ist, sollte sie alles sagen, sonst macht sie sich, so pervers das klingen mag, zur Mittäterin. Ich gehe mal davon aus, dass sie alles gesagt hat.
  • Hänsi  Hodeli 26.02.2016
    Ich persönlich traue auch der Dame Kampusch nicht wirklich. Die weiss bestimmt auch mehr, als sie bisher erzählt hat. Und ob es ihr wirklich sooo schlecht ging, sei mal dahin gestellt. Denn aus solchen (angeblichen) Gräueltaten, welche man als Opfer erlebt hat, danach einfach so - es scheint ihr ja relativ leicht zu fallen - Kapital zu schlagen bzw. Geld zu schäffeln, das irritiert mich..
  • andré  schaerer aus lenzburg
    25.02.2016
    All die fiesen Kommentare gegenüber Frau Kampusch, sind ekelhaft und beschämend. Diese Frau musste einen enormen Willen haben, umso zu überleben unter den Peinigungen und Qualen. Ob der Priklopil umgebracht wurde oder nicht, ist doch keine Zeile wert.
  • Mike  Probst 25.02.2016
    Würde auch sagen, dass beide, Priklopil und Knöll, ermordet worden sind. Der Fall ist vermutlich daher pikant, weil der phädophilen-Sumpf bin in höchste Politiker/Beamtenkreise geht. Wenn da eines nach dem andern ins Rollen bzw ans Tageslicht gekommen wäre, würde das Leben einiger hoher Tiere ins Wanken geraten. Was die Betroffenen natürlich mit aller Macht verhindern wollen... Wie in einem schlechten Krimi, nur bisher ohne Happy End..
  • Susanne  Reich 25.02.2016
    Wie Priklopil ums Leben gekommen ist, ist mir egal. Beim Ermittler Kröll scheint mir die Selbstmordtheorie eher unwahrscheinlich. Die Untersuchungen werden es zeigen. Was mich jedoch wirklich wunder nimmt: Wenn es zwei waren, wer war der zweite? Eine Theorie war, dass "hochstehende Herrschaften" an dem Ganzen beteiligt gewesen sein sollen, welche sich zurückgezogen hätten. Die Wahrheit kommt evtl. erst ans Licht nachdem alle verstorben sein werden. Krank ist es so oder so und erschreckend!
    • Albert  Knoll 26.02.2016
      Ihrem Kommentar ist nichts hinzu zu fügen. Die Sache stinkt gewaltig.