Spuren auch in die Schweiz: Schlag gegen die Internet-Mafia

BERLIN/ZÜRICH - Die Polizei hat in mehreren Ländern Razzien durchgeführt. Ziel: Das undurchsichtige Darknet. Hier wird alles gehandelt, was verboten ist.

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Die Polizei rückte in Deutschland mit der Antiterror-Einheit GSG 9 aus (Symbolbild). ZVG

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Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben vergangene Woche die Betreiber mehrerer illegaler Handelsplattformen festgenommen und ihre Internet-Seiten lahmgelegt. Das berichtet die deutsche Zeitung «Bild».

In andern Ländern wurde gleichzeitig ermittelt. Ingesamt wurden in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Litauen, Bosnien-Herzegowina, Russland und auch in der Schweiz 69 Wohnungen durchsucht.

Zum Einsatz kamen Anti-Terror-Einheiten, da es sich bei den Tätern auch um illegale Waffenhändler handelt. Insgesamt wurden neun «dringend Tatverdächtige» festgenommen. Diese stammen aus der Schweiz, aus Deutschland, Syrien und Bosnien.

Die Fahnder stellten eine Schusswaffe, 150’000 Euro in bar, Computer und Drogen sicher. Unter den Betäubungsmitteln befanden sich unter anderem 1,5 Kilo Kokain sowie Amphetamin, Cannabis und Ecstasy.

Die Täter sollen in geschlossenen Foren (Darknet) Geschäfte mit Kunden angebahnt haben. Sie handelten in erheblichem Umfang mit Waffen, Drogen, Falschgeld und gefälschten Ausweisen. Ebenfalls gehandelt wurden Kreditkarten-Informationen, Online-Banking-Daten und Zugänge zu Streaming-Diensten.

Der Aktion «Trawler» («Schleppnetzfischer») war eine gut einjährige Ermittlungsarbeit vorausgegangen. Die Spezialisten überwachten über längere Zeit und unbemerkt illegale Darknet-Server in verschiedenen Ländern.

Ein Ermittler sagte zu «Bild»: «Jetzt können sich Kriminelle im Darknet nie wieder sicher sein, dass wir ihre Chat-Foren und Geschäfte nicht überwachen.»

Was ist das Darknet?

Das Darknet (engl. für: «dunkles Netz») ist ein Begriff für verschlüsselte Netzwerke im Internet, die zwischen Anwendern hergestellt werden.

Nutzer bleiben unerkannt, die Netzwerke sind von aussen nicht nachvollziehbar. Inhalte im Darknet sind für Suchmaschinen wie Google nicht auffindbar.

Die Anonymität des Darknets wird vor allem für illegale Zwecke wie Frauen- und Waffenhandel oder den Tausch von Kinderpornographie sowie für Cyber-Attacken verwendet. (gf)

Publiziert am 29.02.2016 | Aktualisiert am 16.04.2016
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4 Kommentare
  • Stefan  Wiesendanger aus Assen
    29.02.2016
    Eine Schusswaffe und 150000 Euro in 69 Wohnungen von Waffenschiebern? In der Schweiz haben Sie das nach beliebigen 3 Wohnungen unbescholtener Bürger. Diese Meldung bedeutet, dass die Polizei einem haltlosen Gerücht aufgesessen ist.
  • Peter  Leo 29.02.2016
    Justiz, Polizei, Politik. Sie können machen was sie wollen, alles wird in Grund und Boden gestampft. Gratuliere den eidgen Dipl Motzern.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    29.02.2016
    Eine Schusswaffe ... eine einzige ... 150000 Euro in bar, 1.5 kg Koks. Das alles würde in der Schweiz vielleicht reichen, um von unserer Plüschsofajustiz eine oder zwei Personen zu einer bedingten Strafe von ein oder zwei Jahren zu verurteilen. Nützlich sind solche Aktionen nur, wenn eine grosse Zahl von Leuten identifiziert werden kann und man sie anschliessend aus dem Land schafft.
    • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
      29.02.2016
      Es geht doch nicht um diese eine Waffe sondern darum das man den Kriminellen die Taten nachweisen kann. Das Bundeskriminalamt ist eine Strafverfolgungsbehörde deren Aufgabe die Beweissicherung und das Ermitteln von Tätern ist. Die haben mit Prävention nichts zu tun.