Spur führt in die Schweiz Millionen-Streit um Matisse-Gemälde

LONDON - 1908 malte Henri Matisse das berühmte Porträt seiner Muse Greta Moll. Deren Erben verklagen jetzt die National Gallery in New York. Sie wollen 30 Millionen Dollar - weil das Kunstwerk der Familie gestohlen worden sei.

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Henri Matisses Portrait von Greta Moll zählt zu den Meisterwerken des französischen Malers. Seit 1979 hängt es in der National Gallery in London. Jetzt verklagen die Enkel Matisse-Muse das berühmte Kunstmuseum.

Oliver Williams, Margarete Green und Iris Filmer beschuldigen die National Gallery, ein Kunstwerk auszustellen, das der Familie gestohlen worden sei. «Es handelt sich um ein Familienerbstück», sagt ihr Anwalt David Rowland dem «Telegraph»

Das Kunstwerk habe Greta Moll gehört, bis es ihr nach Ende des Zweiten Weltkriegs gestohlen worden sei. Ihre Enkel wollen es nun zurück - oder eine Kompensation von 30 Millionen Dollar. 

Fatale Entscheidung

Die Odyssee des umkämpften Kunstwerks begann im Jahr 1908 in Frankreich. Nachdem Greta Moll viele Stunden für das Porträt gesessen hatte, kaufte es ihr Mann, der Maler Oskar Moll, Henri Matisse ab. Das Paar kehrte zurück nach Deutschland.

Henri Matisse-Erben verklagen National Gallery in New York play

Der französische Maler Henri Matisse (1869-1954)

 

KEYSTONE/ROGER VIOLLET

Zwar überstand das Gemälde die Zerstörung Berlins während des Zweiten Weltkrieges unversehrt. Doch das Paar fürchtete nach Kriegsende, dass das Porträt Plünderern in die Hände fallen könnte. Deshalb übergaben sie es in die Obhut einer ehemaligen Schülerin von Oskar Moll, die in der Schweiz lebte - eine fatale Entscheidung.

Denn die verkaufte das Kunstwerk und machte sich mit dem Geld aus dem Staub. Von der Schweiz gelangte das Ölgemälde in die USA. Dort wanderte es durch verschiedene Kunst-Gallerien, bis die National Gallery in London es 1979 erstand.

Die National Gallery wehrt sich

Bis zu ihrem Tod 1977 hatte Greta Moll keine Ahnung, was aus ihrem Porträt geworden war, schreibt der «Telegraph». Die Erben werfen der National Gallery nun vor, die Herkunft des Gemäldes nicht ausreichend geprüft zu haben.

Man werde sich gegen die Anschuldigungen wehren, heisst es in einer Stellungnahme des Kunstmuseums, die die BBC veröffentlichte.

Die National Gallery habe Kontakt zu einer Tochter Greta Molls gehabt - nie habe es Hinweise gegeben, dass das Gemälde gestohlen worden sein könnte. Und selbst wenn sich dies als wahr erweisen sollte: Die National Gallery sei nicht verpflichtet, das Kunstwerk rauszurücken. (wen)

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 15.09.2016
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