Spitzer als der Job erlaubt

  • Publiziert: 10.03.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

NEW YORK – Eliot Spitzer galt als Saubermann der US-Politik: Der Demokrat kämpfte fleissig gegen die Prostitution – und liess sich dann doch mit Prostituierten ein.

Der Gouverneur des US-Bundesstaats New York streute heute nach Berichten über Kontakte zu einem Prostitutionsring Asche auf sein Haupt: «Ich bin an jenen Standards gescheitert, die ich mir selbst setze», sagte Eliot Spitzer und räumte moralisches Fehlverhalten ein. «Ich muss einige Zeit investieren, um das Vertrauen meiner Familie zurückzugewinnen.»

Ob er tatsächlich Kunde eines Prostituiertenrings war, liess er offen. Einen entsprechenden Bericht der «New York Times» dementierte er aber nicht.

Der Gouverneur war den Ermittlern offenbar in die Falle getappt. Laut «New York Times» liegt den Justizbehörden die Aufzeichnung eines Anrufs von Spitzer vor, mit dem er ein Treffen mit einer Prostituierten in einem Washingtoner Hotelzimmer arrangierte.

Auf der Pressekonferenz, zu der ihn seine Frau begleitete, bezeichnete Spitzer die Affäre als «persönliche Angelegenheit». Über seine politische Zukunft äusserte er sich nicht, Fragen nach einem möglichen Rücktritt liess er unbeantwortet.

Spitzer war vor seiner Zeit als Gouverneur Justizminister des Bundesstaates New York. Dabei sprengte er mindestens zwei Prostitutionsringe und sprach bei den entsprechenden Ankündigungen mit «Abscheu und Wut». Zudem war Spitzer massgeblich an zahlreichen Verfahren gegen Finanzinstitute beteiligt.

«Machen Sie sich auf ein Fest der Schadenfreude an der Wall Street gefasst» sagte Barry Ritholtz von Fusion IQ. Sein Kollege Tom Schrader von Stifel Nicolaus Capital Markets stimmt dem zu. «Er ist an der Wall Street nicht sehr beliebt.» (SDA/hhs)

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