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Ein Anwalt des republikanischen Politikers Roger Stone liess dem FBI einen Brief zukommen, dass sich der damalige Gouverneur Spitzer während eines Florida-Aufenthalts mit Edel-Prostituierten vergnügte, berichtet der «Miami Herald». «Der Gouverneur zahlte für diese Dienste Zehntausende von Dollars. So weit Mr. Stone weiss, bezahlte der Gouverneur weder in Bar noch mit Kreditkarte, sondern mittels im Voraus arrangierter Überweisung», heisst es in dem brisanten Schreiben.
Die Rivalität zwischen Spitzer und Stone geht auf das Jahr 2000 zurück: Der damalige Vize-Präsident Al Gore und George W. Bush lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Präsidentschaft, alles hing von der Wahlentscheidung in Florida ab. Der Republikaner Roger Stone stoppte die Nachzählung, wer ins Weisse Haus einzog, ist bekannt.
Seither sind sich Stone und Spitzer spinnefeind. Als sich Stone die Chance bot, den verhassten Rivalen zu Fall zu bringen, packte er sie: «Mein Klient besitzt ebenfalls Kenntnis darüber, dass Gouverneur Spitzer während des Sex seine halblangen schwarzen Socken nicht auszog», liest sich der Brief des Anwalts weiter. Prostitution wird in den USA strafrechtlich verfolgt. Das gilt auch für Freier.
Für den ehemaligen New Yorker Staatsanwalt war das Rotlicht-Milieu gleichbedeutend mit dem Stoppschild für die Karriere. Denn Roger Stone weiss, wie man schmutzige Wäsche wäscht. Der 48-jährige Spitzer ist sein Amt los und öffentlich gedemütigt worden – was in noch grösserem Masse auf seine Frau zutrifft.
Aber es scheint so, dass es in der Affäre doch Gewinner gibt. Callgirl Ashley, die auf die grosse Musikkarriere hoffen darf, und eben Roger Stone. Er hat einen politischen Gegner weniger. (zeb)