Sparrows Erben werden blutrünstiger

  • Publiziert: 09.01.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

KUALA LUMPUR – Das hat nichts mit «Segelschiff-und-Karibik-Romantik» zu tun: Die heutigen Piraten schlagen immer gewalttätiger und häufiger zu.

Auf ihren Schultern krächzen keine Papageien, sie fuchteln nicht mit Krummsäbeln herum und gewöhnlich hissen sie auch keine Totenkopfflaggen mehr – dennoch ist mit den Piraten von heute nicht gut Kirschen essen.

Zumal sie wieder häufiger zuschlagen: Die Anzahl der Übergriffe sei 2007 um zehn Prozent gestiegen, teilte das International Maritime Bureau (IMB) im malaysischen Kuala Lumpur heute mit.

Grund für den ersten Anstieg der Überfälle seit vier Jahren ist die zunehmend schlechte Sicherheitslage in Nigeria und Somalia. Das IMB zählte im vergangenen Jahr 263 Überfälle, 24 mehr als 2006.

Die Nachfahren des Spielfilm-Piraten Jack Sparrwo sind alles andere als zimperlich. Ihre Angriffe werden immer gewalttätiger: 2007 haben die Freibeuter 35 Prozent mehr Schusswaffen als im Vorjahr eingesetzt.

Die Freibeuter suchten 18 Schiffe heim, töteten fünf Seemänner, nahmen 292 als Geiseln und entführten 63 Besatzungsmitglieder. Fünf Menschen sind noch immer vermisst. (SDA/hhs)

Afrikas gefährliche Gewässer

Während Kapitäne in der der Karibik im Gegensatz zum 17. Jahrhundert nichts mehr zu fürchten haben, sind die afrikanischen Gewässer verpönt. Vor der nigerianischen Küste stiegen die Überfälle von zwölf im Jahr 2006 auf 42 im vergangenen Jahr. In Somalia zählten die Beobachter eine Zunahme von zehn auf 31 Vorfälle. Erfolgsmeldungen kommen dagegen aus Asien: In der Malacca-Meerenge sei es den Anrainerstaaten Singapur, Malaysia und Indonesien gemeinsamen gelungen, die Angriffe von noch 38 im Jahr 2004 auf inzwischen sieben zu verringern. Durch die Meerenge werden 30 Prozent des weltweiten See-Warenhandels verschifft.

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