MADRID - Das aufgebrachte Volk versucht sich mit Massendemos gegen Sparmassnahmen zu wehren. Die Polizei antwortet mit Gummischrot und Schlagstöcken.
Hundertausend Spanier protestierten gestern allein in Madrid gegen die neuen Sparpläne der Regierung. Die Polizei feuerte Gummischrot auf sie ab. Auf dem zentralen Platz Puerta del Sol wurden kleinere Gruppen von Demonstranten mit Schlagstöcken auseinandergetrieben.
Laut Polizeiangaben wurden in der Hauptstadt sieben Demonstranten festgenommen und sechs Menschen verletzt.
Die Protestierenden versammelten sich unter dem Motto «Sie wollen das Land ruinieren, das müssen wir verhindern» im Zentrum der Hauptstadt. Die grossen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT hatten zu Protesten in mehr als 80 spanischen Städten aufgerufen.
Auch Richter und Polizisten unter den Demonstranten
Die Einschnitte sind bei breiten Teilen der spanischen Gesellschaft auf großen Widerstand gestoßen. An den Protesten nahmen auch Polizisten, Militärs, Richter und Staatsanwälte teil, wie «Welt Online» berichtet.
Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte vor einer Woche ein neues Paket angekündigt, mit dem der Haushalt bis Ende 2014 um 65 Milliarden Euro entlastet werden soll. Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent angehoben und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden.
Spanien hatte am 25. Juni offiziell Hilfe aus dem Euro-Hilfsfonds EFSF für seine Banken beantragt. (sda/sax)
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