37 Jahre danach – USA säubern Kampfgebiet Späte Opfer des Vietnam-Kriegs

Der Vietnamkrieg ist seit fast 40 Jahren vorbei. Die Leiden vieler Vietnamesen gehen weiter. Missbildungen und schwere Krankheiten bei Kindern, hervorgerufen durch das Entlaubungsmittel «Agent Orange», sind auch heute noch Tatsache. Jetzt wollen die USA helfen.

  • Publiziert: 09.08.2012
  • Von Tony Merlotti

Es sind traurige Bilder. Bilder von jungen Menschen ohne Zukunft. Opfer einer Vergangenheit, von der die meisten von ihnen wohl gar nichts wissen. Sie sind behindert, sei es geistig oder körperlich, fristen ein Leben in Heimen oder Reha-Kliniken.

Grossflächiger Einsatz von «Agent Orange»

Ihre Eltern erlebten den Vietnamkrieg, überlebten ihn vielleicht auch, wurden aber von «Agent Orange» vergiftet, einem Pestizid, das zur Entlaubung von Waldflächen und zur Vernichtung von Nutzpflanzen diente.

Ziel der Amerikaner war es damals, den dichten Urwald transparent zu machen, um die Verstecke und Versorgungswege der nordvietnamesischen Feinde aufzudecken.

Bei Operation «Ranch Hand», so der Name der Aktion im Jahr 1965, wurden auch Ackergebiete grossflächig besprüht, um dem Feind, also Nordvietnam, die Nahrungsgrundlage zu entziehen.

Hunderttausende betroffen

Das Entlaubungsmittel war stark verunreinigt, was die Erkrankung hunderttausender Bewohner und auch US-Soldaten zur Folge hatte. Die USA selbst konnte für den verheerenden Einsatz nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Sammelklage wurde mit der Begründung, dass es sich bei «Agent Orange» nicht um chemisches Kriegsmaterial handelt, abgewiesen.

Amerikaner wollen zu ihrer Verantwortung stehen

Jetzt wollen die Amerikaner zu ihrer Verantwortung stehen. Sie haben mit einer Säuberung der vergifteten Erde begonnen. Gegen 70'000 Kubikmeter Erde sollen von den Rückständen befreit werden: «Wir machen erste Schritte, um Altlasten aus unserer Vergangenheit zu begraben», so US-Botschafter David Shear in Hanoi.

Das wird den Kinder-Opfern von Vietnam nicht mehr helfen. Aber späteren Generationen könnte ähnliches Leid erpart bleiben.

Alle Kommentare (1)

  • Mart  Web , Santa Nirgendwo
    Guter Entscheid, wenn auch nicht uneigennützig, will die USA doch in Vietnam wieder Basen bauen um in Asien besser Fuss fassen zu können.

    Die Vietnamesen wiederum schlucken lieber das Übel USA, statt die ausgegliederte Vorratskammer der Chinesen zu werden.

    Eine verzwickte Situation...
    • 09.08.2012
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