Somalische Piraten fletschen die Zähne

  • Publiziert: 21.04.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Die Besatzung auf dem Tanker «Takayama» kam heute mit dem Schrecken davon. Gemäss japanischen Medien beschossen die Piraten das Schiff mit einer Rakete. (Reuters)

MOGADISCHU – Die Piraten vor Somalia werden immer frecher: Heute griffen sie einen Öltanker mit einer Rakete an, gestern kaperten sie einen spanischen Fischkutter.

Selbst bestandenen Seebären zittern mittlerweile die Beine, wenn sie hören, dass ihre Route um das Horn von Afrika führt. Unzimperliche Piraten treiben dort ihr Unwesen – und machen mit modernstem Gerät Jagd auf Beute. Heute Morgen früh attackierten Seeräuber im Schutz der Dunkelheit mit fünf Schnellbooten einen japanischen Tanker.

Das vermeldet das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) in Kuala Lumpur. Laut IMB-Vertreter Noel Choong konnte der Tanker, der die Grösse eines Fussballfeldes habe, den Angreifern entkommen – obwohl die Meeresganoven gemäss Medienberichten mit Granaten und Maschinengewehren bewaffnet waren. «Gemäss ersten Informationen wurde das Schiff beschädigt», sagte Choong. Der Besatzung gehe es aber gut.

Es war ein japanisches Schiff

Über die Herkunft des Schiffes wollte Choong zwar keine Angaben machen. Doch in Tokio teilte gleichzeitig die Reederei Nippon Yusen Kaisha (NYK Line) mit, einer ihrer Tanker sei vor der Küste Jemens von kleinen Booten attackiert worden. Die «Takayama» sei beschädigt worden, habe aber entkommen können.

Laut Choong gab es im Golf von Aden seit Februar neun Piratenangriffe. Erst gestern geriet ein spanisches Fischerboot mit 26 Besatzungsmitgliedern vor der Küste Somalias in die Gewalt von vier Piraten.

Die aus dem Baskenland stammende «Playa de Bakio» war 250 Seemeilen (450 Kilometer) vor der Küste in internationalen Gewässern auf Thunfischfang gewesen. An Bord des gekaperten Schiffs befanden sich 13 Spanier und 13 Afrikaner.

Attacke mit Granatwerfern

Wie die Regionalregierung des Baskenlands in der Nacht auf heute berichtete, blieben die Fischer bei dem Angriff unverletzt. Die Piraten hatten das Schiff mit Granatwerfern attackiert. Der Kutter wurde dabei beschädigt, blieb aber seetüchtig.

Die Piraten nahmen mit dem gekaperten Schiff Kurs auf das afrikanische Festland. Die spanische Regierung schickte eine Fregatte der Kriegsmarine, die sich im Roten Meer befand, in das Seegebiet.

Am 4. April war in der Region eine französische Segelyacht von Piraten entführt worden. Die Yacht «Le Ponant» und ihre Besatzung kamen eine Woche später nach Zahlung von Lösegeld durch den Reeder wieder frei (Blick.ch berichtete). (SDA/hhs)

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