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Es pasierte Ende der 70-er Jahre in Regensburg: Bei den Chorproben der weltberühmten Sängerknaben gabs immer wieder Ohrfeigen. Mit dabei, wenns ans Austeilen ging, war Georg Ratzinger: Dessen Bruder ist Papst Benedikt XVI.!
Ja, auch er habe Zöglinge geohrfeigt, gab Ratzinger heute zu. Ihm seien die Prügel-Praktiken im Internat der Regensburger Domspatzen bekannt gewesen. Er habe aber nicht versucht, das zu stoppen.
Nie «grün und blau» geschlagen
Ratzinger sagte zu seiner Verteidigung: Er habe nie jemanden «grün und blau» geschlagen. Früher seien Ohrfeigen «einfach die Reaktionsweise auf Verfehlungen oder bewusste Leistungsverweigerung» gewesen.
Von den Prügel-Praktiken habe er von einigen seiner Sänger erfahren. Aber: «Das Ausmass dieser brachialen Methoden von Direktor M. war mir nicht bekannt. Wenn ich gewusst hätte, mit welch übertriebener Heftigkeit er vorging, dann hätte ich schon damals etwas gesagt.»
Skandal in Limburg noch schlimmer
Der Missbrauchs-Skandal im Bistum Limburg weitet sich aus. Heute wurden Vorwürfe gegen fünf weitere Priester und kirchliche Mitarbeiter bekannt. Die betreffenden Vorfälle sollen sich in den 50-er, 60-er und 70-er Jahren ereignet haben.
Nach Aufdeckung des Missbrauchs-Skandals am Bad Godesberger Jesuiten-Gymnasium Aloisiuskolleg könnte sich die Zahl der Betroffenen in den kommenden Wochen weiter erhöhen. Bis anhin seien 30 Fälle bekannt, hiess in einem Zwischenbericht.
Vatikan verteidigt Deutschland
Der Vatikan hat die Reaktion der Kirche in Deutschland auf die Fälle von sexuellem Missbrauch als prompt und transparent verteidigt. Jeder Fall von Missbrauch in der Kirche sei «besonders bedauerlich», da sie erzieherische und moralische Verantwortung trage, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi.
Lombardi gab weiter bekannt, in Österreich habe es in den letzten Jahrzehnten 17 kirchliche Missbrauchsfälle gegeben. In diesem Zusammenhang hat der Leiter eines Salzburger Klosters hat gestanden, vor 40 Jahren einen damals 12-jährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben.
(SDA/snx)