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Fürs Leben gezeichnet: Hunde-Opfer Lilly.- Bild/Jörg Völkerling
Lilly (10) aus Schlüsselfeld bei Nürnberg durfte im Sommer 2007 ihre Ferien bei Freunden verbringen. Doch aus dem sonnigen Urlaubsaufenthalt wurde ein traumatisches Erlebnis: Jagdhund «Lord» zerfleischte ihr regelrecht das Gesicht. Dabei wollte sie den achtjährigen Vierbeiner doch nur streicheln und ihm auf diese Weise gute Nacht sagen.
Lillys Gesicht war nach der Attacke blutüberströmt, voller Wunden. Das Mädchen musste fast vier Wochen im Spital verbringen, wurde von Arzt zu Arzt geschickt. Noch heute sind die Bissspuren in ihrem Gesicht erkennbar. Ganz zu schweigen von den schlimmen Erinnerungen.
Doch Lillys Trauma scheint die Richter nicht zu interessieren. Denn sie schlagen sich drei Jahre später auf die Seite des Hundehalters. Schliesslich sei der ein Jäger und sein Deutsch-Langhaar ein Jagdhund. «Der Hund hat geschlafen und hat sich erschrocken, als das Kind ihn streichelte», so ihre Begründung.
Und deshalb wollen sie Lilly kein Schmerzensgeld zusprechen.
Ein früheres Urteil, welches den Besitzer des Rüden zur Zahlung von 10‘000 Euro verpflichtete, wurde gemäss «Bild.de» aufgehoben. Lillys Mutter kann es kaum glauben: «Das ist wie ein Freibrief, dass Diensthunde Kinder zerfleischen dürfen.»
Noch unfassbarer ist für sie, dass der Hundebesitzer sich nicht bei Lilly gemeldet hat: «Der Hundebesitzer hat sich nicht einmal entschuldigt», empört sie sich. Und zum Prozess habe er nur einen Anwalt geschickt!
Dabei sei bekannt gewesen, dass «Lord» bereits einen Postboten angefallen und eine Putzfrau gebissen habe.
Gutachter schätzen, dass die Narben in Lillys Gesicht bestehen bleiben. Doch die Kleine ist nicht nur körperlich gezeichnet. Seit der Attacke fürchtet sie sich enorm vor Hunden.
Ihre Mutter gibt sich mit dem Gerichtsurteil nicht zufrieden. Jetzt will sie den Vater des Hundehalters, bei dem das Drama passierte, verklagen. (noo)