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Aischa Gaddafi in einer Archivaufnahme (sda)
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Wo findet der Prozess gegen Saif al-Islam statt?
Aischa Gaddafi, die Tochter des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, will mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zusammenarbeiten. Sie offeriere dem Gerichtshof «konkrete Informationen» über den Fall ihres Bruders Saif, sagte Aischas Anwalt Nick Kaufman. Sie wolle die «Interessen ihres Bruders schützen». Das teilte der Strafgerichtshof gestern mit.
Saif al-Islam (39) sollte dereinst in die Fussstapfen seines Vaters treten. Er wurde am 29. November als Beduine verkleidet in Libyen verhaftet. Nun ist unklar, ob ihm der Prozess in Libyen oder in Den Haag gemacht wird. Der Internationale Strafgerichtshof hatte Saif, wie auch dessen Vater, zur Verhaftung ausgeschrieben. Den Haag wirft ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
In Libyen droht Saif al-Islam im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe. Dort soll er wegen Vergewaltigung und Mordes angeklagt werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Aischa Gaddafi habe dem Gericht mitgeteilt, sie wolle ihm helfen, eine Entscheidung zu fällen. Der Strafgerichtshof zeigte ein von ihrem Anwalt signiertes Dokument, in dem Aischa davon spricht, sie habe mehrfach versucht, Saif al-Islam zu kontaktierten. Zwei Mal habe sie mit dem zuständigen Staatsanwalt telefoniert. Die Telefonate zeigten, dass die libyschen Strafbehörden sich weigern, mit internationalen Anwälten zusammen zu arbeiten. Die Gaddafi-Tochter engagierte den israelischen Staranwalt Nick Kaufman im Januar.
Aischa Gaddafi floh kurz vor dem Fall des Gaddafi-Regimes mit ihren Brüdern Mohammed und Hannibal und ihrer Mutter Safiya nach Algerien. Sie befinden sich an einem unbekannten Ort. (sik)
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