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Glatze, Bart und Tätowierungen im Gesicht: Das ist Nicolas Cocaign (37). Um die Seele seines Knast-Bruders zu rauben, schnitt Cocaign ihm das Herz raus und ass es. Beim vermeintlichen Herz handelte es sich jedoch um die Lunge.
Gestern hat der Prozess gegen den Franzosen begonnen. Vor dem Schwurgericht in Rouen musste sich Cocaign verantworten. Ihm werden Mord sowie Folter und Barbarei zur Last gelegt.
Was bewegte den Knast-Kannibalen zu seiner Tat? Sein Knast-Kumpel Thierry Baudry (41) soll Cocaign kurz vor der Tat im Januar 2007 «böse Blicke» zugeworfen haben. Daraufhin habe er sich auf das Opfer gestürzt, auf ihn eingeprügelt, mit Fusstritten traktiert und dann mit einem Abfallsack erstickt.
Ein dritter Häftling war anwesend. Er schritt bei dem Streit und dem anschliessenden Kampf aber nicht ein.
Herz essen, um Seele zu rauben
Anschliessend habe Cocaign dem Mann mit einer Rasierklinge den Brustkorb aufgeschlitzt. Er wollte das Herz des Toten essen, um «ihm seine Seele wegzunehmen», erläuterte der Angeklagte gegenüber dem Untersuchungsrichter. Beim Herz handelte es sich jedoch um die Lunge.
Laut Berichten der französischen Nachrichtenagentur AFP ass der Angeklagte davon ein Stück roh. In einem kleinen Kocher bereitete er danach den Rest mit etwas Zwiebeln zu.
Drei Knastis auf elf Quadratmetern
Der Mann handelte Gutachtern zufolge in einem «Anfall von Aggressivität». Experten bescheinigten ihm eine zum Tatzeitpunkt zwar eingeschränkte, aber nicht völlig fehlende Zurechnungsfähigkeit.
Er wurde für strafrechtlich verantwortlich erklärt. Der Verteidiger des Angeklagten möchte diese Entscheidung in Frage stellen. Auch will er auf die schwierigen Haftbedingungen in dem Gefängnis der nordfranzösischen Stadt hinweisen. Der Angeklagte lebte in einer elf Quadratmeter grossen Zelle. Mit dem Opfer und einem weiteren Gefangenen.
Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden. (jbu)