So schlimm wie nach dem Tsunami!

RANGUN – Die Verwüstung durch den Wirbelsturm «Nargis» in Burma ist vergleichbar mit jener, welche der Tsunami Ende 2004 hinterlassen hatte. Es gibt über 15'000 Tote, 30'000 werden vermisst.

  • Aktualisiert am 20.01.2012
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«Die Situation ist extrem schlimm», sagte eine UNO-Sprecherin heute. Laut UNO-Angaben leben 24 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Wirbelsturms, davon allein 6 Millionen in Rangun. Es sei logistisch enorm schwierig, die Opfer zu erreichen, sagte die Elisabeth Byrs, Sprecherin des UNO-Büros für humanitäre Angelegenheiten.

Die UNO hat entschieden, sofort «bedeutende Finanzhilfe» aus seiner Dringlichkeits-Kasse zur Verfügung zu stellen. «Die Schäden in der Delta-Region sind mindestens so verheerend wie jene, welche durch den Tsunami entstanden sind», sagte Byrs.

Am 26. Dezember 2004 hatte die Flutwelle Tsunami 240 000 Tote in zehn asiatischen Ländern zur Folge. 200000 Tote stammten allein aus Aceh im Norden Sumatras (Indonesien).

UNO-Experten vor Ort

UNO-Experten haben heute in Burma mit der Inspektion einiger der am stärksten betroffenen Gebiete begonnen. Ein UNO- Sprecher in Bangkok bezeichnete die Lieferung von Hilfsgütern in die Katastrophenregionen als «grosse Herausforderung».

Seine grösste Sorge sei derzeit die Unterbringung der obdachlos gewordenen Menschen in Unterkünften und ihre Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Ohne ausreichendes Trinkwasser drohten sich Epidemien auszubreiten, sagte er.

Mehr als 15000 Tote

Durch den Zyklon «Nargis» sind in Burma nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden mindestens 15000 Menschen ums Leben gekommen. 30000 Menschen werden vermisst.

Der Zyklon war mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern im Golf von Bengalen aufgezogen und am Freitagabend im Irawadi-Flussdelta aufs Land getroffen. Von dort aus zog der Wirbelsturm am Samstag weiter ostwärts und verwüstete mehrere Regionen im Süden des Landes, einschliesslich der grössten Stadt Rangun.

Hilfe nach Absprache

Die burmesische Militärjunta will internationale Hilfe in den von der Wirbelsturmkatastrophe betroffenen Gebieten nur nach Absprachen zulassen. Ausländische Hilfsorganisationen müssten ihre Einsätze mit dem Aussenministerium und der Regierungsspitze des Landes beraten, sagte Sozialminister Maung Maung Swe auf einer Pressekonferenz in Rangun.

Zuvor hatte die Militärregierung in einem ungewöhnlichen Schritt angekündigt, sie werde Hilfe von «wohlgesinnten» Staaten annehmen. Die birmanische Führung war international unter Druck geraten, internationale Hilfsorganisationen ins Land zu lassen. Nach dem Tsunami hatte das isolierte Land internationale Hilfe noch abgelehnt. (SDA/gux)

Schweizer spenden fleissig

BERN – Die Schweizer spenden fleissig für die Opfer des Wirbelsturms «Nargis» in Burma. Die Glückskette ist zufrieden: «Wir haben relativ grosse Spenden, zum Teil bis 10000 Franken, die kleinste betrug 10 Franken. Wir leiten daraus ab, dass die anderen Spendemöglichkeiten etwa gleich gut laufen,» sagte ein Sprecher. Der genaue Betrag der Spenden könne noch nicht beziffert werden, da der Zahlungsverkehr jeweils einige Zeit beanspruche. Die Glückskette arbeitet theoretisch mit 30 Schweizer Hilfswerken zusammen. Bereits 8 davon sind bereits aktiv geworden. So hätten Caritas, Terre des hommes und das Schweizerische Rote Kreuz bereits Leute vor Ort. Sie hätten zusammen rund 600 000 Franken zur Verfügung gestellt. Bei der Glückskette sei man gespannt, wie die burmesischen Behörden auf die ausländische Hilfe reagieren werden. Nach den Verwüstungen durch den Tsunami Ende 2004 hatten diese ausländische Hilfe abgelehnt. «Wir gehen diesmal davon aus, dass sie keine bürokratischen Schwierigkeiten machen», sagte der Glückskette-Sprecher.
Der gewaltige Wirbelsturm riss eine Schneise der Verwüstung durch Burma.- Reuters

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