«Sieht aus wie in Tel Aviv» So explodierte Münchens Bombe

MÜNCHEN (D) - Die Sprengung der Weltkriegsbombe in München hat massive Schäden verursacht. Fensterscheiben zerbarsten reihenweise. Mehrere Häuser sind unbewohnbar, zwei einsturzgefährdet.

  • Publiziert: 29.08.2012
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Feuerwehrleute im Münchner Stadtteil Schwabing nach der Sprengung einer Weltkriegsbombe.

(Keystone)

«Es sieht aus wie ein Bombenanschlag in Tel Aviv», fasst Ronny Kleiner das Ausmass der Zerstörung der 250-Kilo-Bombe zusammen. Er ist Ladenbesitzer im Münchner Quartier Schwabing und muss nun seinen zerstörten Shop wieder herrichten.

Nach gescheiterten Entschärfungsversuchen, die sich über zwei Tage hinzogen, war der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gestern Abend um 21.55 Uhr gesprengt worden. Dabei stieg ein riesiger Feuerball über der bayrischen Stadt auf. Menschen wurden keine verletzt, die Schadenssumme ist noch nicht bekannt.

Brennendes Stroh verursachte Brände

Stroh, das die Explosionsfolgen hätte mildern sollen, geriet in Flammen und entzündete Brände an umliegenden Häusern. Gebäudeteile stürzten auf die Strasse. Fensterscheiben zerbarsten reihenweise. Mehrere Häuser sind nun unbewohnbar, zwei einsturzgefährdet.

Die Feuerwehr hatte die Situation schnell im Griff. Gestern Nacht konnten die ersten Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die engere Sperrzone um den Sprengort durfte allerdings wegen der Einsturzgefahr nur in Begleitung von Einsatzkräften betreten werden.

Über 2 500 Menschen evakuiert

Die Bombe mit dem komplizierten Säurezünder war Montagmittag bei Bauarbeiten auf dem früheren Gelände der Kultkneipe «Schwabinger 7» gefunden worden. Über 2 500 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Hunderte mussten in Notunterkünften übernachten.

Für die Entschärfung war am Dienstag eigens ein Sprengmeister aus Brandenburg angereist. Ein Feuerwehrsprecher sagte, angesichts der Gefährlichkeit der Bombe sei die gezielte Sprengung «äusserst zufriedenstellend» verlaufen.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Bayern laut Innenministerium rund 340 Tonnen Blindgänger und andere Munitionsgegenstände gefunden.

2011 kam der bayerische Kampfmittelbeseitigungsdienst rund 1 000 Mal zum Einsatz. Dabei wurden mehr als 60 Tonnen Blindgänger beseitigt sowie 214 Spreng- und Splitterbomben mit insgesamt sieben Tonnen Explosivstoff entschärft. (sda/sax)

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