Siebenjährige Twitterin gibt dem Syrien-Krieg ein Gesicht So erlebt Bana die Hölle Aleppos

ALEPPO (SYRIEN) - Ein siebenjähriges Mädchen twittert aus dem vom Krieg erschütterten Ost-Aleppo.

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Bana Alabed sitzt an einem kleinen Pult, lächelt scheu in die Kamera. Vor ihr liegt ein Schulbuch. Doch in der Schule war sie seit über einem Jahr nicht mehr.

Bana ist sieben Jahre jung und lebt mit ihrer Familie in der Stadt Aleppo, die seit Monaten zwischen Assads Regierungtruppen und den Rebellen zerrieben wird.

Krieg in Syrien auf Twitter: 7-Jährige twittert aus Aleppo play
Gezeichnet: Bana nach dem jüngsten Bombenangriff auf Ost-Aleppo. Twitter

Ihr geht es wie Millionen Kindern im vom Bürgerkrieg erschütterten Syrien. Mit einem kleinen Unterschied: Bana lässt die Welt an ihrem Schicksal teilhaben. Unterstützt von ihrer Mutter Fetemah, einer Lehrerin, gibt sie via Twitter einen erschütternden Einblick in ein Kinderleben im Krieg.

Über 134'000 Follower

Das Foto mit dem Schulbuch stammt vom 26. September. Es war Banas erster Eintrag, seither twittert sie mehrmals täglich. «Sie will, dass die Welt uns hört», sagt Mutter Fatemah gegenüber BBC. «Sie hat hier alles gesehen, wie ihre Freundin starb und unser Haus bombardiert wurde. (...) Das hat sie beeinflusst.»

Inzwischen hat Banas Twitter-Account @alabedbana über 134'000 Follower. Und sie erreicht viel Aufmerksamkeit – zuletzt auch die von «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling. Auf den Wunsch des jungen Mädchens, auch einen Blick in eines der Bücher über den Zauberschüler werfen zu können, schickte ihr die Schriftstellerin prompt ein Exemplar.

Krieg in Syrien auf Twitter: 7-Jährige twittert aus Aleppo play
Beschenkt: «Harry Potter»-Fan Bana bedankt sich bei Joanne K. Rowling. Twitter
Bana will einmal Englisch unterrichten

Wie ihre Mutter will Bana Lehrerin werden und Englisch unterrichten. Ob ihr Traum je in Erfüllung geht, wird mit jedem weiteren Tag der Bombardements in Aleppo fraglicher. 

Nach der jüngsten Offensive der syrischen Armee im Osten der Stadt meldete Bana gestern: «Heute haben wir kein Haus mehr, es wurde bombardiert und ich geriet unter die Trümmer. Ich habe Tote gesehen und bin selber fast gestorben.»

Ein paar Stunden später fügte sie hinzu: «Stehen gerade unter schwerem Bombardement. Zwischen Leben und Tod, bitte betet weiter für uns.»

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben den nördlichen Teil der Rebellengebiete in Ost-Aleppo mittlerweile vollständig eingenommen. Sie gewannen laut übereinstimmenden Angaben von Staatsfernsehen und oppositionellen Aktivisten vom Montag die Kontrolle über mehrere Stadtteile.

Publiziert am 28.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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3 Kommentare
  • Oliver  St. Holmenolmendolmen , via Facebook 28.11.2016
    Wenn in einer seit Monaten umkämpften Stadt, aus einem völig zerstörten, von der Aussenwelt abgeschnittenen Viertel ein Kind mit Jahrgang 2009(!) mit Engelsgesicht, in perfektem Englisch und mit offensichtlich bester Internetverbindung zum dritten Weltkrieg aufruft, wie im Tweet vom 29. September geschehen, wären ein paar kritische Fragen sicher nicht unangebracht.
    Die Parallelen zu einer gewissen "Naijirah" 1990 sind offensichtlich.
  • Jp  Morgan , via Facebook 28.11.2016
    Also was stimmt bei diesem Artikel alles nicht:
    1) siebenjährige Twittert, bedeutet sie kann sich schriftlich ausdrücken! Wohl kaum!
    2) Die Post kommt offensichtlich in Alepo an!
    3) Das Kind bleibt trotz bombardements in der Stadt
    4) Sowohl Strom als auch Internetverbindung funktionieren tadelos.
    Lieber Blick, so funktioniert die Welt auch dann nicht, wenn wieder auf die Tränendrüsen gedrückt wird
    • Marco  Weber 28.11.2016
      Noch was JP Morgan: Die Bücher bekahm sie als E-Book (Wohl weil die Post doch nicht mehr so gut funktioniert) und wo sollen all die Einwohner denn hin Herr Morgen? Niemand will ja flüchtlinge aufnehmen und vieleicht ist es ihnen nicht möglich zu flüchten? Und ja Es gibt durchaus Strom und Internet auch in Kriegsgebieten!