Sie will Russland abstrafen

  • Publiziert: 13.08.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

WASHINGTON – Strafe für den Konflikt in Georgien muss sein, finden die USA. Und drohen, Russland international zu isolieren. Derweil ertönen schon Warnungen vor einem neuen Kalten Krieg, Wettrüsten inklusive.

US-Aussenministerin Condoleeza Rice geht scharf mit Russland und seinem georgischen «Abenteuer»
ins Gericht. Die Machtdemonstration in Georgien könnte negative Folgen für die Eingliederung in die internationale Gemeinschaft haben, so Rice. Zur Erinnerung: Russland will unbedingt der Welthandelsorganisation WTO beitreten und ist auch an einem Zugang zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD interessiert.

Nach dem Konflikt im Kaukasus hat sich Russland nun aber in erster Linie selbst geschadet. Rice betonte in einem TV-Interview mit «ABC», dass Russlands internationales Ansehen und die Frage, welche Rolle Russland in der internationalen Gemeinschaft spielen kann, absolut zur Disposition stehen».

Welche konkreten Schritte die USA einzuleiten gedenken, wollte Rice nicht konkretisieren. Eine gemeinsame, jährlich in Wladiwostok abgehaltene Militärübung aber haben die USA ohne offizielle Begründung bereits abgesagt. «Wir können in der Situation nicht guten Gewissens eine gemeinsame Marineübung abhalten», so ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums laut «Spiegel Online». Welch Zynismus: Die USA entdecken ihr «gutes Gewissen» – allerdings weder im Irak noch in Afghanistan. (gux)

Neues Wettrüsten zwischen USA und Russland?

Der frühere sowjetische Aussenminister Eduart Schewardnadse warnt vor einem «neuen Kalten Krieg». Gegenüber der «Bild»-Zeitung sagte er, der Krieg im Kaukasus sei lediglich ein weiterer Schritt in der Entfremdung zwischen Russland und den USA. Der Konflikt schwele schon länger wegen dem «sogenannten Raketenabwehrschirm der Amerikaner in Tschechien und Polen». Er selbst habe sich als Aussenminister in den 80er Jahren für die Vernichtung der Nuklearwaffen und Langstreckenraketen stark gemacht. Doch jetzt drohe «eine neue Runde des atomaren Wettrüstens durch die USA». Dem georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili wirft Schewardnadse vor, mit seinem unvorbereiteten militärischen Einfall in Südossetien einen «schwerwiegenden Fehler» begangen zu haben.

play Eduard Schewardnadse warnt vor einem neuen Kalten Krieg. (Reuters)

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