Sie weinen um ihre Kinder

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Martin Meier

PEKING – Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in China steigt und steigt. Mehrere Orte sind vollkommen zerstört. Die Soldaten geben die Suche nach Vermissten nicht auf.

Aus den Trümmern dringen Hilfeschreie. Mit blossen Händen graben verzweifelte Eltern nach ihren Kindern – eine Szene, die sich an vielen Orten abspielt.

Allein in der Stadt Shifang sind noch immer 2300 Menschen verschüttet. Unter ihnen 900 Schulkinder.
In Beichuan gelten 1000 Schüler als vermisst. Das sechsgeschossige Gebäude ist in einen wenige Meter hohen Schutthaufen zusammengefallen. 900 Schüler suchen die Retter auch in Dujiangyan.

Besonderst stark vom Erdbeben betroffen ist die Stadt Mianzhu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Hier wurden mehr als 18000 Menschen von den Geröllmassen lebendig begraben. 85 Prozent der Häuser sind zerstört.

Angesichts der gewaltigen Zerstörung heisst China internationale Hilfe ausdrücklich willkommen. Regierungschef Wen Jiabao fleht: «Jede Sekunde ist kostbar. Wir brauchen mehr Helfer.»

Bei einem Besuch vor Ort sagt der Regierungschef, die Lage sei viel schlimmer, als die Behörden zunächst vermutet hätten. Die Bevölkerung solle jedoch die Hoffnung nicht aufgeben. Schon bald würden die Helfer eintreffen.

Aber die kommen in der totalen Zerstörung nur schwer voran. 50000 Soldaten kämpfen sich teils zu Fuss zu den Opfern durch. Dazu kommen die Nachbeben. Bereits über 2000 an der Zahl. Immer wieder versetzen sie die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Das stärkste erreicht 6,1 auf der Richterskala.

Die Bergungsarbeiten sind ein Rennen gegen die Zeit. Zehntausende Menschen sind obdachlos. Sie brauchen dringend Trinkwasser, medizinische Hilfe, Zelte und Nahrungsmittel.

Ganze Landstriche sind noch immer von der Aussenwelt abgeschnitten. Niemand weiss, wie dramatisch die Lage in diesen Gebieten ist. Das Schicksal von mehreren Hunderttausend Menschen ist noch unklar. Keiner traut sich vorauszusagen, wie viele Tote es am Ende dann sein werden.

- Blick.ch/ent

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