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Ein junger Chinese wartet auf seine Hinrichtung. In China werden jährlich mehr als 5000 Menschen zum Tode verurteilt – mehr als in allen anderen Ländern zusammen. (Reuters)
Zwei Drittel aller Organspenden in China stammen von hingerichteten Straftätern. Mit diesem Geständnis schockte heute der chinesische Vizegesundheitsminister Huang Jiefu. Während eines landesweiten Aufrufes zu mehr Organspenden drückte Huang seine Missbilligung darüber aus: «Sie sind ganz bestimmt keine angemessene Quelle für Organtransplantationen.»
Menschenrechtorganisationen in China protestieren seit Jahren gegen den Organhandel. Obwohl die Rechte der Todeskandidaten gewahrt blieben – eine schriftliche Einwilligung ist erforderlich – sei Korruption an der Tagesordnung, schreibt die «China Daily».
Arzt bestätigt Korruption
Auch der Chefarzt vom Huashan Spital in Schanghai bestätigt gegenüber der «China Daily» Korruption und Missbrauch beim Organhandel. Bis zu 30000 Franken würden Patienten für eine Niere abverlangt – die wahrscheinlich von einem Kriminellen kommt.
Die chinesische Regierung sagt jetzt dem unmenschlichen Organhandel den Kampf an. Ein landesweites System für Organtransplantationen soll nun, unter der Führung des chinesischen Roten Kreuzes, ins Leben gerufen werden. Eine Million Menschen warten derzeit in China auf ein Spenderorgan. (s5j)