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In 700 Meter Tiefe hören die Chile-Kumpel eigentlich nichts von der Aussenwelt. Bis jetzt: Die verschütteten Bergleute berichteten, sie könnten die Bohrer hören! «Sie sind glücklich, weil sie merken, dass es vorangeht», sagte Ingenieur Rene Aguilar.
Sie haben trotz ihrer misslichen Lage Grund, sich zu freuen: Der zweite Bohrer, erst seit Sonntag eingesetzt, kommt nämlich viel schneller voran als gedacht. Der «Schramm T-130» hat sich mittlerweile in eine Tiefe von 123 Metern durchgefressen.
Zum Vergleich: Für die 100-Meter-Marke brauchte der erste Bohrer «Strata 950» eine geschlagene Woche. Allerdings muss sich der erste Bohrer komplett durch neues Gestein graben, während der «T-130» den bisherigen Versorgungsschacht vergrössert.
Beide Bohrlöcher werden zunächst einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben und sollen in einem zweiten Schritt auf bis zu 70 Zentimeter erweitert werden. Das schnelle Vorankommen macht Hoffnung: Den Einsatzkräften zufolge könnten die Bergleute in einem «optimistischen Szenario» Anfang November, sonst Anfang Dezember gerettet werden.
Antibiotika für die Bergleute
Zwei der Bergleute müssen mit Medikamenten behandelt werden. Einer der Bergleute erhält Antibiotika wegen starker Zahnschmerzen, der andere wird wegen erhöhten Blutdrucks behandelt, wie die Rettungskräfte mitteilten. Der Arbeiter litt demnach bereits vor dem Unglück unter erhöhtem Blutdruck.
Ein willkommene Abwechslung sollte den Kumpeln am Nachmittag (Ortszeit) geboten werden: Ein Freundschaftsspiel zwischen der chilenischen Nationalmanschaft und der Auswahl aus der Ukraine sollte über eine Fiberglasleitung live in die Rettungskammer übertragen werden, in der sich die Bergleute aufhalten (). Das dürfte vor allem einen der Bergleute erfreuen: Franklin Lobos war Anfang der 1980 selbst international spielender Profifussballer. (SDA/num)