TAMPA - FLORIDA - Ann Romneys flammende Rede am Parteitag in Tampa sollte das spröde Image ihres Mannes korrigieren.
«Das ist der Mann, den Amerika braucht. Dieser Mann wird nicht versagen!» Der Jubel, der auf diese Wahlkampfparole folgt, gehört Ann Romney.
Die blonde 63-Jährige lächelt, winkt und erzählt in ihrer flammenden Rede am Parteitag in Tampa Geschichten, die ihren Mann, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, menschlicher wirken lassen.
Das hat er dringend nötig, haftet ihm doch noch immer das Image des aalglatten und farblosen Managers an.
So plaudert Ann Romney, geborene Davies, ganz theatralisch aus dem Nähkästchen. Die fünffache Mutter und 18-fache Grossmutter betont, ihr Mitt bringe sie auch nach über 43 Jahren Ehe noch zum Lachen, er sei äusserst warmherzig und hilfsbereit.
Emotionale Anekdoten vom ersten Tanzdate und bescheidenen Candle-Light-Dinner bei Pasta und Thunfisch aus der Dose folgen. «Ich kenne niemanden, der härter arbeitet», sagt die Tochter eines Bürgermeisters und reichen Unternehmers über Mitt, den Sohn des Ex-Gouverneurs von Michigan und Autoindustriemillionärs.
Doch Ann kratzt auch am Heile-Welt-Image der Romneys: «Wir haben keine Bilderbuchehe. Wir haben eine echte Ehe.»
Im roten Kleid von Oscar de la Renta und mit goldenem Siegeslorbeer ums Handgelenk erwähnt sie ihren erfolgreichen Kampf gegen Brustkrebs und ihre anhaltende MS-Erkrankung. Erst kürzlich wurde publik, dass sie vor etwa 20 Jahren eine Fehlgeburt hatte. «Ich spürte es nachts, wollte Mitt aber nicht vor dem Morgen wecken», sagte sie dem Sender CBS.
In Tampa rührte sie mit ihrer Rede viele zu Tränen. Klar ist: Sie ist Mitt Romneys grösster Trumpf.
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