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Wir sind in Schwetzingen, der seit Montag bekanntesten deutschen Kleinstadt. 20 000 Menschen, ganz viel Spargel im Frühjahr, eine Lokalzeitung, die «Schwetzinger Zeitung», gestern mit dem Online-Aufmacher «Treff von Ruhe und Bewegung». Aber deshalb sind die rund hundert Medienleute gerade nicht da. Sie suchen die Wahrheit hinter den Schlagzeilen um die Verhaftung von Jörg Kachelmann (51).
In einer ruhigen Wohnstrasse mit biederen Reihenhäuschen und Kleinwagen vor der Tür wohnt die Frau, die Kachelmann angezeigt hat. Weil der prominente Wetterexperte sie Anfang Februar hier, in ihrer Wohnung vergewaltigt haben soll.
Die 37-Jährige, wir nennen sie Petra, war gleich nach der Tat zur Polizei gegangen und in der Gerichtsmedizin untersucht worden. Dort wurden nach BLICK-Informationen eindeutige Spuren einer Vergewaltigung festgestellt.
Petra bewohnt in dem Haus eine kleine Dachwohnung. Die Wohnung gehört ihren Eltern, die direkt gegenüber leben. Die zwei Häuser sind nur durch einen kleinen Gartenweg voneinander getrennt. Petras Eltern können ihrer Tochter ins Schlafzimmer blicken. In den Vorgärten stehen Gartenzwerge, die Jalousien sind heruntergelassen.
Petra ist nicht zu Hause. «Meiner Tochter geht es gar nicht gut», sagt Petras Mutter zu BLICK.» Sie ist zusammengebrochen. Sie ist in der Klinik.» Die Frau fängt an zu weinen – sie ist offensichtlich mit den Nerven am Ende.
Die Zürcher Gratiszeitung «20 Minuten» schürte gestern Zweifel an Petras Glaubwürdigkeit, titelte: «Ist die angeblich Vergewaltigte eine Stalkerin?» Die Frage, die dahinter steht: Ist das «angebliche» Opfer vielmehr der Täter?
Eine «Stalkerin»? Ein Fan, der Unsinn behauptet, um seinem Star nahe zu sein? Eine abenteuerliche Frage. Jörg Kachelmann hat die Beziehung zu der blonden Radiomoderatorin zwar nie offen gelebt. Aber in der Kleinstadt blieb das langjährige Verhältnis nicht unbemerkt. Petras Nachbar Giuseppe Romano zu BLICK: «Ich habe hier öfter ein dunkles Auto mit Schweizer Kennzeichen vor der Tür gesehen. Kachelmann hat in ihrer Garage geparkt und war mal länger und mal kürzer da. Auch vor dem Haus hab ich ihn einige Male gesehen und erkannt.»
Aufgefallen ist dem Nachbarn, dass sich der populäre ARD-Wettermoderator aus der Schweiz in der letzten Zeit nicht mehr in der Siedlung hat sehen lassen.
Auch in der Innenstadt war das Paar bekannt. Bei ihrem Lieblings-Italiener «Quadrato» turtelten die beiden. Wirtin Natalina Scarpello (47): «Sie waren in den letzten Jahren oft meine Gäste. Und haben immer sehr verliebt und harmonisch zusammen gewirkt.»
Doch der Schein trügt. Während der Beziehung mit Petra hat Kachelmann seine zweite Ehefrau geheiratet. Die Polizei überprüft inzwischen, mit welchen Frauen der TV-Star sonst noch Kontakt hatte in den vergangenen Monaten (z.B. per E-Mail).
Petras Mutter sagt unter Tränen: «Das ganze Leben von Jörg ist eine Lüge. Er hat die ganzen elf Jahre nur gelogen.» So lange sollen ihre Tochter und Kachelmann insgesamt ein Paar gewesen sein.
Lachend ist Jörg Kachelmann nach seinem Termin beim Ermittlungsrichter in den Gefängnis-Transporter gestiegen. Wie lange lacht der bekannteste Wettermann im deutschsprachigen Raum wohl noch?
* Name von der Redaktion geändert.